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FBI ermittelt wegen Bestechung : Wie Amerikaner sich bei Elite-Unis einkauften

Elite-Hochschule Yale Bild: AP

Einige reiche Amerikaner haben mit einem ausgefeilten Bestechungssystem ihre Kinder in die besten Universitäten geschleust. Jetzt hat das FBI den Betrug auffliegen lassen.

          Amerikas wohlhabende Eltern sind besessen von der Idee, ihre Kinder in die besten Hochschulen des Landes einzuschreiben. Die Vorbereitung beginnt früh: Sie bringen sie spätestens nach der Grundschule in den besten Privatschulen unter, die im Jahr zwischen 40.000 bis zu 60.000 Dollar für die Vollzahler kosten. Wenn das nicht klappt, ziehen sie in die Städte und Stadtviertel mit guten öffentlichen Schulen. Dort spenden sie Elternvereinen, die mit dem Geld zusätzliche Lehrkräfte und Sonderprogramme finanzieren.   

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Sie  engagieren Tutoren, die für 150 Dollar die Stunde Schwächen auszumerzen und schließlich  auf die berüchtigten Eingangstests der Hochschulen vorbereiten. Sie verpflichten Athletiktrainer, die die Kinder dafür drillen, in den Sportprogrammen der Hochschulen aufgenommen zu werden.

          Wenn es ernst wird, kommen Spezialisten für die komplexen Zugangsverfahren der Universitäten ins Spiel. Diese sogenannten College-Admission-Coaches helfen für zehntausende Dollar, die Bewerbungen zu optimieren. Einige Eltern, die Zeit und Geld dafür haben, besuchen schließlich die Wunsch-Universitäten und informieren sich ausgiebig über Programm, Ziele und Charakter der Institution. Es macht sich gut, wenn man im Eingangstest angeben kann, warum sich ausgerechnet für eine bestimmte Alma Mater beworben wird.

          Die Dienstleistung Collegebesuch kann man inzwischen auch auf dem Markt kaufen für bis zu 60.000 Dollar. Die Dienstleister fliegen die Hochschul-Aspiranten und ihre Eltern von College zu College und nutzen die Reisezeit, um die Familien über die Feinheiten des Bewerbungsprozesses  zu schulen. Wenn das alles nicht hilft,  halten die meisten Hochschulen immer noch Plätze für die Sprösslinge von Großspendern frei. Das ist der Pfad, der Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner beschritten haben dürfte, wie aufwendige Recherchen zeigen. Er bestreitet es. Wenn alles glatt geht, dürfen die Schüler sich dann für 50.000 bis 80.000 Dollar im Jahr in Yale, Harvard, Stanford oder Carnegie Mellon verwirklichen.  

          Prominente in Skandal verwickelt

          Weil bereits so viele legale Möglichkeiten existieren, den Kindern den Weg in die Elitehochschule zu bahnen, wenn das Geld nicht knapp ist, hat jenes am Dienstag öffentlich gewordenes Betrugssystem, mit dem Reiche ihre minderbemittelten Kinder in die Eliteunis schleusen, besonderes Aufsehen erregt. Eine Rolle spielte auch, dass ziemlich bekannte Amerikaner in den Skandal verwickelt sind: Staatsanwälte haben knapp 50 Leute angeklagt, darunter die Schauspielerinnen Lori Loughlin (Full House) und Felicity Huffman (Desperate Housewifes; Termination).

          Die Ermittler sprechen vom größten Zugangs-Schwindel zu Hochschulen, den sie je untersucht haben. Ein College-Admission-Berater in Kalifornien hat den Ermittlern zufolge insgesamt 25 Millionen Dollar eingesackt und über eine als gemeinnützig testierte Stiftung als Schmiergeld an Testgutachter und für das Aufnahmeverfahren zuständige Beamte geschleust. Die sorgten dafür, dass die Kinder in den Aufnahmetests gut abschnitten und später in Yale, Stanford, UCLA, Georgetown, University of Southern California, Wake Forest oder anderen Hochschulen angenommen wurden.

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