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Die nächste Milliarde Nutzer : Facebook verlegt 37.000 Kilometer Unterseekabel rund um Afrika

Eine Karte zeigt, wo das Facebook-Kabel verlaufen soll. Bild: facebook Engineering

Fast so lang wie der Äquator, eine dreimal höhere Kapazität als alle bisherigen Kabel: Facebook plant eine neue Internet-Verbindung für Afrika und zwischen Afrika und Europa. Es geht um viele neue Nutzer.

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          Ein Konsortium um den Facebook-Konzern baut ein riesiges neues Untersee-Internet-Kabel, um den afrikanischen Kontinent besser zu verbinden. Nach Angaben des amerikanischen Technologie-Unternehmens soll das Projekt, das den Namen „2Africa“ trägt, eine Kapazität haben, die „fast dreimal so groß ist wie alle Untersee-Kabel, die Afrika heute versorgen“. Das teilte das größte soziale Netzwerk der Welt in einem Blogpost auf seiner Webseite mit.

          Gustav Theile

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Jessica von Blazekovic

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Das Kabel, das mit 37.000 Kilometern fast so lang wie der Äquator sein werde, soll insgesamt 23 Länder in Afrika, dem Nahen Osten und Europa miteinander verbinden. Ein Ziel ist der Mitteilung zufolge die engere Verbindung von Ostafrika und Westafrika. Zudem werde ein Kabel die Verbindung zwischen dem Mittelmeer und dem Roten Meer verbessern.

          An dem Projekt sind neben Facebook und einigen lokalen Telekommunikationsunternehmen auch China Mobile, der südafrikanische Anbieter MTN, das französische Unternehmen Orange und der britische Vodafone-Konzern beteiligt. Das Kabel soll Ende 2023 oder Anfang 2024 in Betrieb gehen.

          Das neue Kabel soll nach Angaben von Facebook nicht nur die Kapazität erhöhen, sondern die Verbindungen auch sicherer und stabiler machen. Als im Januar zwei Unterseekabel im Atlantik auseinander gefallen waren, die Europa und einige afrikanische Länder miteinander verbinden, kam es zu Einschränkungen im mobilen Roaming und bei Anrufen.

          Bild: facebook Engineering

          Auch Google arbeitet an Unterseekabeln

          Mit der Ankunft neuer Technologien wie dem nächsten Mobilfunkstandard 5G wird der Datenverkehr weiter rasant steigen. Ebenso wurden infolge der Coronavirus-Pandemie viele Aktivitäten ins Internet verlagert. So registrierte der Frankfurter Internetknotenpunkt De-Cix Rekorde im Datenverkehr und beispielsweise für Videokonferenzen eine Verdopplung. Aufgrund der größeren Belastung der Infrastruktur haben verschiedene Anbieter von Video-Streamingdiensten die Qualität ihrer Filme gedrosselt und dadurch den Datenverkehr vermindert.

          Facebook ist an Internet-Infrastruktur-Projekten auf der ganzen Welt beteiligt. Zudem verfolgt der Konzern Pläne, mit Drohnen und Satelliten auch entlegene Orte an das Internet anzubinden. Diese waren bisher allerdings nicht erfolgreich.

          Neben Facebook arbeitet auch Google an ähnlichen Vorhaben. So soll ein Untersee-Kabel im Atlantik namens Equiano, benannt nach einem aus Nigeria stammenden Autoren und Aktivisten, Portugal und Südafrika verbinden. Der Suchmaschinen-Betreiber verfügt über ein ganzes Netzwerk an Unterseekabeln.

          „Das ist keine Wohltat“

          Die in den Niederlanden forschende Medienwissenschaftlerin Payal Arora äußerte sich kritisch über das nun von Facebook initiierte Vorhaben. „In Europa und Amerika wird eine ernsthafte Diskussion darüber geführt, wie die Macht von Facebook beschränkt werden kann. Nun wendet sich das Unternehmen nach Afrika, wo die Märkte der Zukunft liegen“, sagte Arora der F.A.Z. In den afrikanischen Ländern fehlten jedoch entsprechende Institutionen und Regulierungen, um die Datensicherheit der Bevölkerung zu garantieren.

          Arora erinnert an die Digitalwährung Libra, die Facebook im vergangenen Jahr angekündigt hatte, die aber nicht nur von den amerikanischen Finanzbehörden eingefangen wurde. „Die Digitalunternehmen sind reicher als so mancher Staat und sehen sich selbst als autonome Akteure.“

          Sie warnt davor, die Pläne Facebooks als altruistisch für den Kontinent zu interpretieren. „Natürlich ist das eine wichtige Initiative“, sagt sie: „Diese Jungs haben das nötige Kapital dafür. Aber das ist keine Wohltat, das ist ein Investment in ihr zukünftiges Geschäftsmodell, ein Business Deal. Und als solcher sollte er auch bestimmte Vertragsbedingungen erfüllen.“

          Arora mahnt einmal mehr, die Regierungen in Afrika sollten den Wert der Daten ihrer Bevölkerung erkennen. Sie seien in einer starken Verhandlungsposition angesichts der Konkurrenz aus China mit Unternehmen wie zum Beispiel Alibaba. Die Länder müssten gemeinsam Strukturen für eine sichere Datenverwaltung und eine unabhängige Kontrollstelle schaffen. „Die Interessen der Menschen und nicht der Unternehmen sollten an erster Stelle stehen.“

          Auf dem afrikanischen Kontinent haben verschiedenen Schätzungen zufolge zwischen 25 und 40 Prozent der Bevölkerung Zugang zum Internet, etwa jeder Sechste ist in den Sozialen Medien aktiv. Anders als in Europa, wo Facebook zumal unter der jüngeren Bevölkerung an Beliebtheit verloren hat, gewinnt das Netzwerk in Afrika weiter kontinuierlich viele Nutzer hinzu und wird intensiv für den sozialen Austausch genutzt.

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