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Energieproteste in Italien : Strom- und Gasrechnungen gehen in Flammen auf

Protestierende verbrennen ihre Strom- und Gasrechnungen auf den Straßen Italiens. Die gestiegenen Kosten bedrohen die Existenzen vieler Menschen. Bild: AFP

Protestaktionen mit solchen symbolischen Gesten nehmen in Italien zu. Viele Kleinunternehmer, gerade aus der Gastronomie, wissen nicht mehr ein noch aus. Die Regierung bereitet neue Hilfen vor.

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          Seit Jahren führt Gianni del Mastro in der Altstadt von Bari das Restaurant „Osteria Del Borgo Antico“. Das Menü reicht von der Pizza Margherita über die regionaltypische Pasta der „Orecchiette“ bis zu den Rinderrouladen „Braciole pugliesi“. Der 61 Jahre alt Gastronom bezeichnet sich als unpolitischen Menschen, doch jetzt treibt ihn die Existenzangst auf die Straße. Am Wochenende hat er in Bari an einer Protestaktion gegen die hohen Strom- und Gasrechnungen teilgenommen. Dort verbrannten mehrere Italiener symbolisch ihre Strom- und Gasrechnungen. Del Mastro tat das nicht. „Wir haben immer unsere Rechnungen bezahlt, daher habe ich da nicht mitgemacht. Doch wir müssen unserem Unmut Luft machen“, sagt er.

          Christian Schubert
          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland.

          Vor einem Jahr zahlte der Gastronom noch 1800 Euro im Monat an seinen Elektrizitätsversorger – im Juli 2022 waren es 5700 Euro. „Der Tourismus war sehr stark in diesem Sommer, doch jetzt decken die Einnahmen die Kosten nicht mehr. In zwei, drei Wochen muss ich vielleicht schließen und kann erst wieder im nächsten Frühjahr öffnen. Sonst hatten wir immer das ganze Jahr über geöffnet“, klagt der Unternehmer. Del Mastro betreibt auch noch einen Pub in der süditalienischen Hafenstadt. Wenn er schließt, werden 15 Personen arbeitslos.

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