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Soziale Ungleichheit : Warum sich die Lohnschere wieder schließt

Bauarbeiter in Berlin-Mitte: Im Baugewerbe sind auch dank der jahrelangen Hochkonjunktur in den vergangenen Jahren die Löhne kräftig gestiegen. Bild: ddp

Anders als jahrelang behauptet, klaffen die Einkommen von Arm und Reich nicht weiter auseinander. Forscher sehen eine Trendumkehr. An anderer Stelle geben sie aber keine Entwarnung.

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          Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander. Jahrelang dominierte diese These Debatten in Politik und Talkshows. Es hieß, die Arbeitnehmer am unteren Ende der Lohnskala könnten nicht Schritt halten mit den Zuwächsen der Spitzenverdiener. So befand es auch Marcel Fratzscher, Präsident des in Berlin ansässigen Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), der vor vier Jahren ein Buch mit dem Titel „Verteilungskampf – Warum Deutschland immer ungleicher wird“ schrieb.

          Niklas Záboji

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Doch nachdem es schon früher Zweifel gegeben hatte, ob die Lohnschere tatsächlich immer weiter auseinanderklafft, sind es nun ausgerechnet DIW-Fachleute, die Fratzschers These von der allseits steigenden Ungleichheit mit neuen Fakten entkräften. Statt zu wachsen, sinke das Verhältnis zwischen kleinen und großen Stundenlöhnen nämlich, und zwar kräftig: Erzielten die Spitzenverdiener im Jahr 2006 noch ein viermal so hohes Einkommen wie die Geringverdiener, liege dieser Wert heute nur noch bei etwas mehr als dem Dreieinhalbfachen.

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