https://www.faz.net/-gqe-9qyrj

Vorhaben der Koalition : Die Grundrente hilft nicht gegen Altersarmut

Was bleibt an Geld fürs Alter? Bild: Christopher Clem Franken / VISUM

Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt: Nur ein Fünftel der Begünstigten ist bedürftig. Vor allem im Osten drohen Enttäuschungen.

          3 Min.

          Nach den für CDU und SPD enttäuschenden Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen wollen die Koalitionspartner auf Bundesebene nun rasch Beschlüsse liefern. Das gilt vor allem für die umstrittenen Pläne einer Grundrente mit neuen Zuschlägen für langjährig beschäftigte Geringverdiener. Eine Analyse des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) legt allerdings nahe, dass das Vorhaben viele Erwartungen enttäuschen dürfte, denn es trage wenig zur Vermeidung von Altersarmut bei. Das Institut plädiert dafür, anstelle neuer Zuschläge zur gesetzlichen Rente eher die allgemeine Grundsicherung im Alter großzügiger zu gestalten – damit sie „als elementarer Bestandteil der Alterssicherung breitere Akzeptanz“ bekomme.

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Mit dem von Sozialminister Hubertus Heil (SPD) vorgelegten Konzept würden Versicherte mit mindestens 35 Beitragsjahren eine Aufstockung der gesetzlichen Rente erhalten. Sie würde über den eigentlichen Wert ihrer Beitragszahlungen hinaus aufgewertet, sofern ihre – lohnbezogenen – Beiträge zuvor deutlich unterdurchschnittlich waren. Wegen der Zuordnung der Zuschläge zur beitragsfinanzierten Rente ist keine Bedürftigkeitsprüfung vorgesehen. Heils Gesetzentwurf zufolge würde dies Mehrausgaben von jährlich knapp 5 Milliarden Euro auslösen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : 65% günstiger

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. digital – Jubiläumsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Unter Federführung des Robert- Koch-Instituts haben Experten im Jahr 2012 durchgespielt, was in Deutschland passieren würde, wenn sich eine Seuche ausbreitet. Der Bericht ging an alle Bundestagsabgeordneten.

          Pandemie-Szenario : Der Bericht, den keiner las

          Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz warnte schon 2012 vor einem Virus, das unser Gesundheitssystem zum Einsturz bringen könnte. Doch geschehen ist nichts. Die Autoren sagen: Weil sich keiner dafür interessierte.

          Corona-Krise : Der Fluch der Zweitwohnsitze

          Raus aus dem Corona-Wahnsinn: Rund um den Globus geraten Menschen in die Kritik, die in ihre Zweitwohnungen flüchten. Vielerorts fahndet jetzt sogar die Polizei nach den unerwünschten Besuchern.