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Finanzielle Not : Das Smartphone wird zur Schuldenfalle

Zu den ursprünglichen Kosten kommen nach der Zeit Zinsen und andere Kosten hinzu. Bild: dpa

Immer mehr Deutsche sind von Überschuldung bedroht. Das zeigt eine Studie des Hamburger Instituts für Finanzdienstleistungen. Vor allem Alleinerziehende sind finanziell gefährdet.

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          In Deutschland nehmen immer mehr Menschen nicht am Aufschwung teil und geraten in finanzielle Nöte. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Hamburger Instituts für Finanzdienstleistungen (IFF), die der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegt. Die Überschuldeten werden demnach immer verletzlicher und haben trotz der Einführung des Mindestlohns immer geringere Einkommen. Sie fänden vergleichsweise schlechter einen Arbeitsplatz, und der Anteil der Alleinerziehenden steige.

          Kerstin Papon
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Zudem zeigen sich laut IFF unter den Gläubigern deutliche Verschiebungen. Die meisten Forderungen entfielen im Jahr 2015 auf Banken (28 Prozent). 2004 waren es noch 40 Prozent. Im Gegensatz dazu ist der Anteil der öffentlich-rechtlichen Gläubiger (18 Prozent) und der Telekomanbieter (12 Prozent) deutlich gestiegen. Die typische Höhe der Forderung der Telekomunternehmen beträgt im Mittel 412 Euro, was sicherlich vor allem an hohen Rechnungen für das Nutzen der immer weiter verbreiteten Smartphones liegen dürfte. Auf höhere Summen kommen nur Unterhaltsberechtigte und sonstige private Gläubiger mit 415 Euro sowie Banken mit 3000 Euro.

          Schuldenhöhe ungleich verteilt

          Oft bleibt es freilich nicht bei der ursprünglichen Forderung. Denn im Laufe der Zeit kommen Zinsen und andere Kosten hinzu. An der Spitze liegt dabei der Versandhandel mit einem Aufschlag von im Durchschnitt 25 Prozent. Befinden sich die Schuldner bei Versicherern im Rückstand, kommen 22 Prozent hinzu und bei Telekom-Anbietern 20 Prozent.

          Und so wird die finanzielle Not häufig schnell noch viel größer. Die Schuldenhöhe ist dabei sehr ungleich verteilt. So haben 40 Prozent der Ratsuchenden Schulden von weniger als 10.000 Euro und 17 Prozent mehr als 40.000 Euro. Gleichwohl fällt die mittlere Höhe der Schulden. Waren es im Jahr 2009 im Mittel noch 19.000 Euro, betrug der Wert laut IFF 2014 rund 16.400 Euro und zuletzt 14.400 Euro. Oft sind es mehrere Forderungen, die der Überschuldete zahlen müsste. Rund 60 Prozent der Schuldner hatten im Jahr 2015 weniger als zehn offene Forderungen, 15 Prozent aber mehr als 20.

          Es gibt keine absoluten Zahlen

          Im Gegensatz zu Schulden ist eine Überschuldung eine echte Notlage. Sie führt dazu, dass die Betroffenen ihren Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten können. In Deutschland gebe es die wachsende Zahl von 6,85 Millionen Verbrauchern, für die in Auskunfteien wie der Creditreform „Negativmerkmale“ gespeichert seien, sagt Dirk Ulbricht, Überschuldungsfachmann des IFF. Nach dem dritten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung ist ein Privathaushalt dann überschuldet, wenn Einkommen und Vermögen aller Haushaltsmitglieder über einen längeren Zeitraum trotz Reduzierung des Lebensstandards nicht ausreichen, um fällige Forderungen zu begleichen.

          Absolute Zahlen gibt es jedoch nicht. Die Anzahl der überschuldeten Haushalte und Personen würden von staatlicher Seite nach wie vor nicht erhoben, heißt es vom IFF. Die Untersuchung basiere auf anonymisierten Daten von 21 Schuldnerberatungsstellen aus allen Bundesländern und beziehe sich auf mehr als 60.000 Haushalte. Ein Großteil der Betroffenen finde den Weg in die Beratungen nicht.

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