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Jobsuche als Flüchtling : „Ich will arbeiten, egal, was“

Mujtaba Hamidi erzählt von seiner Suche nach einem festen Arbeitsplatz. Bild: Hannah Aders

Geflüchtete Menschen haben es auf dem Arbeitsmarkt ohnehin schwer. Durch den Einbruch der Wirtschaft unter Corona werden die Jobs nun knapper und die Suche noch frustrierender. Zwei Flüchtlinge berichten von ihren Erfahrungen.

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          Mujtaba Hamidi hat derzeit vor allem einen Wunsch: zu arbeiten. Anfang des Jahres hat der junge Mann aus Afghanistan seine Ausbildung als Verkäufer abgeschlossen, danach fing er in Frankfurt bei einem Supermarkt an. Hamidi bekam die Getränkeabteilung, er habe sich „richtig angestrengt“, erzählt er. Das schwere Heben sei in der Corona-Krise mit Maske eine Herausforderung gewesen, noch dazu konnte er während des Ramadans tagsüber weder essen noch trinken. Das Arbeiten sein zu lassen kam für ihn aber nicht in Frage. „Es war mir wichtig, in dieser Zeit anderen zu helfen“, sagt er. Umso größer war seine Enttäuschung, als ihm noch in der Probezeit gekündigt wurde. Den Grund kennt er bis heute nicht.

          Britta Beeger

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Seitdem schreibt der 22-Jährige Bewerbungen. 15 Stück hat er schon verschickt, sehr wählerisch ist er nicht, ein Vollzeitjob sollte es allerdings sein. Hamidi hat es bei einem Schuhhändler versucht, in einem Handygeschäft Probe gearbeitet, demnächst hat er ein Vorstellungsgespräch in einer Bäckerei. Doch etwas zu finden ist nicht leicht, denn viele Betriebe halten sich in der Corona-Krise mit Einstellungen zurück – und Hamidi konkurriert nun mit vielen anderen Bewerbern. Auf einen großen Teil seiner Schreiben hat er noch nicht einmal eine Antwort erhalten.

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