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Corona-Krise : Der Fluch der Zweitwohnsitze

  • Aktualisiert am

Wenn schon Ausgangsbeschränkungen, dann doch lieber auf dem Land als in der Stadt, denken sich viele. Bild: dpa

Raus aus dem Corona-Wahnsinn: Rund um den Globus geraten Menschen in die Kritik, die in ihre Zweitwohnungen flüchten. Vielerorts fahndet jetzt sogar die Polizei nach den unerwünschten Besuchern.

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          Viele Städter haben es schon getan, andere würden es über die Ostertage gerne tun – endlich mal raus aus der engen Altbauwohnung ohne Balkon, ab ins Grüne. Zwar sind in den meisten Ländern Hotels und Pensionen für Touristen geschlossen. Aber zumindest all jene, die eine Zweitwohnung ihr eigen nennen, hatten noch eine Chance auf einen Tapetenwechsel. Doch mit der Ruhe auf dem Land ist es vorerst vorbei: Vielerorts werden die Stadtflüchtlinge regelrecht geächtet. Die offizielle Begründung ist klar: Schutz vor dem Coronavirus. Zuweilen dürfte aber auch Sozialneid eine Rolle spielen.

          Kurz vor Toresschluss waren in Frankreich die Züge voll. Bevor am 17. März die Ausgangssperre verhängt wurde, brachen noch viele Bürger zu ihren Zweitresidenzen auf. Davon besitzen die Franzosen rund 3,5 Millionen – ein internationaler Spitzenwert. Vor allem aus dem Großraum Paris mit seinen 12 Millionen Einwohnern kam die große Welle der Landverschickung. Wer will schon gerne eine Ausgangssperre in einer engen Stadtwohnung verbringen? Nach Auswertungen des Telekomkonzerns Orange haben rund eine Million Menschen den Ballungsraum Paris verlassen. In beliebten Feriengebieten wie der Île de Ré stieg die Bevölkerung um 30 Prozent. Dort kommt es teilweise zu Spannungen, weil die örtliche Bevölkerung den Viren-Import befürchtet.

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