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Coronakrise in Amerika : Vom Tellerwäscher zum Arbeitslosen

Ungewöhnlich leer: Auf den Straßen von Manhattan sind kaum Menschen unterwegs. Die Krise dürfte lange anhalten. Bild: Jonah Markowitz/Laif

Die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten liegt am Boden. Millionen Amerikaner verlieren ihre Jobs. Wer hilft ihnen?

          5 Min.

          Als Iason Demos seinen Leuten mitteilte, dass sein Restaurant bis auf weiteres die Pforten schließe, verloren einige Mitarbeiter die Beherrschung und schrien ihn an. Was das solle? Sie brauchten das Geld. Demos ist Restaurant-Manager im „Vasili’s Kitchen“ in Gaithersburg, Maryland. Er konnte die aufgebrachten Mitarbeiter sogar verstehen. Einige fürchteten schlicht, nicht genug zu haben, um Essen zu kaufen. Demos erinnerte sich an einen beschäftigten Spüler, der sich lange vor der Corona-Krise wegen einer schlichten Grippe übergeben musste und sich trotzdem weigerte, nach Hause zu gehen aus Angst um seinen Verdienst.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Der zum großen Teil verordnete Stillstand der amerikanischen Wirtschaft trifft Unternehmen, Firmeneigentümer wie Mitarbeiter ins Mark. In den beiden letzten Wochen des März beantragten zusammengenommen zehn Millionen Amerikaner Arbeitslosenhilfe, in den Wochen davor waren es jeweils um die 210.000 gewesen. Einen solchen steilen Anstieg der Anträge für Arbeitslosenhilfe hat es noch nie gegeben in den Vereinigten Staaten, seit die Zahlen erfasst werden. Diese Zahl war zehnmal größer als in jeder Woche der Finanzkrise-Rezessionen zwischen 2007 und 2009. Deutlich zweistellige Arbeitslosenquoten im Sommer werden nun von den meisten professionellen Beobachtern aus Banken, Hochschulen und Denkfabriken erwartet. 20 Millionen Arbeitslose oder sogar mehr werden plötzlich für denkbar gehalten.

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