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Auswirkungen des Virus : Geringverdiener sind mit Krisenpolitik unzufriedener

  • Aktualisiert am

Auch manche Gaststätten sind mit der Corona-Politik unzufrieden. Bild: dpa

Maskenpflicht, Kurzarbeit, Soforthilfeprogramme: Das Krisenprogramm kommt nicht überall gut an. Nach einer Umfrage sind vor allem Menschen mit weniger Einkommen unzufrieden.

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          Gutverdiener sind einer Studie zufolge mit der Krisenpolitik im Schnitt zufriedener als solche mit weniger Einkommen. Das geht aus einer repräsentativen Analyse der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervor, die dafür mehr als 6300 Beschäftigte befragen ließ. So gab unter jenen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von weniger als 1500 Euro pro Monat nur knapp die Hälfte an, mit der Anti-Krisenpolitik von Bund und Ländern zufrieden zu sein. Bei Menschen mit einem Haushaltsnetto von mehr als 3200 Euro lag die Zustimmung hingegen bei 72 Prozent.

          Rechnet man alle zusammen, sind immerhin zwei Drittel mit dem Corona-Management ihrer Regierenden eher oder voll zufrieden. Allerdings halten es auch knapp 40 Prozent für möglich, dass die Pandemie „benutzt wird, um die Interessen von Reichen und Mächtigen durchzusetzen“.

          Die unterschiedlichen Einschätzungen könnten auch darin begründet liegen, dass Menschen mit niedrigerem Einkommen oft härter von der Krise getroffen sind: So haben etwa Beschäftigte, die durch Tarifverträge abgesichert sind und besser verdienen, in der Krise häufiger von ihren Arbeitgebern das Kurzarbeitergeld aufgestockt bekommen als andere.

          Wer weniger verdient, soll häufiger Gehaltseinbußen haben

          Zudem hatten Arbeitnehmer mit niedrigeren Einkommen generell deutlich häufiger Einbußen beim Einkommen als die Besserverdienenden. Bei jenen mit maximal 1500 Euro netto betraf das sogar 40 Prozent, bei der höchsten Gehaltsgruppe hingegen nur 22 Prozent.

          Insgesamt ist der Anteil jener Arbeitnehmer gestiegen, die durch die Krise Einbußen beim Einkommen hinnehmen mussten: Waren es im April noch 20 Prozent, gaben dies im Juni 26 Prozent an. Dafür ging der Anteil jener Befragten zurück, die sich Sorgen um ihren Job oder ihre wirtschaftliche Zukunft machten.

          Insgesamt habe sich das politische System als stabil erwiesen, sagt die wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, Bettina Kohlraus. „Aber unsere Stabilität ist fragil. Sie kann ins Kippen geraten, wenn diejenigen, die schon vorher finanziell und sozial schlechter gestellt waren, in der Krise noch weiter zurückfallen.“

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