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Mehr als 100 Milliarden Dollar : Der dritte Mann mit sehr viel Geld

  • -Aktualisiert am

Er hat gut lächeln: Bernard Arnault ist nicht nur der reichste Europäer sondern ist nun auch mit Jeff Bezos und Bill Gates im Klub der 100-Dollar-Milliardäre angekommen. Bild: Reuters

Seinen Reichtum machte der Franzose Bernard Arnault durch Luxusgüter. Nun besitzt er ein Vermögen von über 100 Milliarden Dollar und gehört damit ab sofort zu einem sehr erlesenen Klub.

          Noch Anfang dieser Woche gab es auf der ganzen Welt nur zwei Menschen mit einem Vermögen von über 100 Milliarden Dollar: Amazon-Chef Jeff Bezos (119 Milliarden) und Microsoft-Gründer Bill Gates (106 Milliarden). Beide sind Amerikaner, beide haben ihr Unternehmen in Amerika gegründet und dort den Grundstein für ihren Erfolg gelegt. Seit Dienstag ist nun ein Dritter in diesen superexklusiven Klub eingetreten – und er ist Europäer. Laut des Milliardärs-Index des Nachrichtenportals Bloomberg besitzt der Franzose Bernard Arnault ein Vermögen von 100,4 Milliarden Dollar. 

          Arnaults Vermögen gründet besonders auf seinen Anteilen am Pariser Unternehmen Moët Hennessy – Loius Vuitton (LVMH), deren Präsident er ist. Zu LVMH gehören Luxusmarken wie der Taschenhersteller Louis Vuitton, die Modemarke Dior, die Champagnerhersteller Moët et Chandon und Dom Périgon, der Cognacproduzent Hennessy oder Luxusuhren von Tag Heuer. Rund ein Drittel seines Vermögens hat Arnault dabei erst in diesem Jahr angesammelt: 2018 schwankte sein Vermögen zwischen 70 und 75 Milliarden Dollar. Zum Jahresende hatte der reichste Europäer gar „nur“ ein Vermögen von rund 65 Milliarden Dollar. Dann aber zogen die LVMH-Aktien kräftig an: Seit Anfang des Jahres ist der Kurs um knapp 43 Prozent gestiegen.

          Begründet wird dieser Erfolg vor allem durch die Nachfrage nach Luxusgütern aus China. So kommt zwar der reichste Chinese erst auf Platz 21 der Bloomberg-Milliardärs-Liste. Doch die Schicht der reichen Chinesen wächst dennoch rasant. Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft PWC und der Schweizer Bank UBS erreichen jede Woche rund zwei Chinesen die Vermögensgrenze von einer Milliarde Dollar. Über anderthalb Millionen Chinesen sind zudem Millionäre. 

          Luxusartikel machen Arnault reich

          Arnault, der 1949 im französischen Nord-Pas-De-Calais geboren wurde, hat schon früh sein Glück in Luxusgütern gesucht. Nach seinem Studium arbeitete er im väterlichen Immobilienunternehmen und spezialisierte sich dabei auf Luxusimmobilien an der französischen Mittelmeerküste. Danach verließ er Frankreich für einige Jahre und lies Ferienwohnungen in Amerika bauen. Zurück in Europa, übernahm er 1984 durch eine von ihm gegründete Gesellschaft ein Textilunternehmen, zu dem auch das Modeunternehmen Dior gehörte. Im folgenden sanierte er das Unternehmen und verkaufte die anderen Sparten, um sich auf Luxusartikel wie eben die Modemarke Dior zu konzentrieren. Ab 1987 erwarb er dann zunehmend Anteile an LVMH und vergrößerte so sein Luxus-Portfolio. Seit 1989 ist er Präsident von des Konglomerats LVMH, an dem er 47 Prozent der Anteile hält sowie die Mehrheit der Stimmrechte besitzt. 

          In der Vergangenheit war immer wieder spekuliert worden, ob Arnault seiner französischen Heimat den Rücken zukehren wird, um Steuern zu sparen. So hatte er selbst 2012 bekannt gegeben, die belgische Staatsbürgerschaft beantragt zu haben. Den Antrag zog er ein Jahr später allerdings wieder zurück. Dennoch reißt Arnaults Kritik an den hohen Steuern und Vermögensabgaben in Frankreich seitdem nicht ab, weshalb er sich in der Vergangenheit immer wieder mit links eingestellten Regierungen wie der des ehemaligen Premiers Francois Hollande anlegte. 

          Neben seinem Luxusunternehmen besitzt Arnault ein Weingut in der Nähe von Bordeaux, ihm gehören drei französische Zeitungen und er ist bekennender Kunstliebhaber. 2014 eröffnete Arnault die Louis Vuitton Foundation, ein privates Kunstmuseum im Westen von Paris, in dem ein Teil seiner Kunstsammlung gezeigt wird. Zuletzt hatten Arnault und LVMH angekündigt, über 200 Millionen Euro für den Wiederaufbau der durch einen Brand zerstörten Notré-Dame spenden zu wollen. Arm wird den drittreichsten Menschen der Welt diese Spende wohl nicht machen. 

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