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Zäsur bei Amazon : Das zweifelhafte Vermächtnis von Jeff Bezos

 Verdunkelte Brillengläser, Gang und Blick schnurstracks nach vorne: Jeff Bezos im Jahr 2017 Bild: Getty

Beim Internetriesen Amazon beginnt eine neue Ära. Der Gründer verlässt den Konzern auf der Höhe des Erfolges. Kritische Blicke von außen gibt es reichlich.

          5 Min.

          Vor wenigen Wochen startete auf der Online-Plattform Change.org eine Petition mit dem Titel: „Lasst Jeff Bezos nicht auf die Erde zurückkehren.“ Das kam, kurz nachdem der Gründer und langjährige Vorstandschef des Onlinehändlers Amazon.com angekündigt hatte, er wolle am 20. Juli ins All fliegen. Er will beim ersten bemannten Flug des Raumfahrtunternehmens Blue Origin dabei sein, das er neben Amazon gegründet hat. „Seit ich fünf Jahre alt bin, habe ich davon geträumt, in den Weltraum zu reisen“, sagte Bezos. Die Petition hat mittlerweile fast 150. 000 Unterschriften. Ihr Initiator wertet den Weltraumtrip des Amazon-Gründers als Symbol für Ungleichheit und nannte ihn einen „Schlag ins Gesicht der Arbeiterklasse“. Wenn Milliardäre in den Weltraum fliegen wollten, dann sollten sie auch dortbleiben.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Mit dem Flug ins All läutet Bezos gewissermaßen ein neues Kapitel in seinem Leben ein. Denn rund zwei Wochen vorher, am 5. Juli, genau 27 Jahre nach der Gründung von Amazon, gibt er den Vorstandsvorsitz ab. Sein Nachfolger wird Andy Jassy, der bisher das Geschäft mit Cloud Computing in der Sparte Amazon Web Services geführt hat. Bezos will weiter im Verwaltungsrat bleiben und dort in große Entscheidungen eingebunden sein, dennoch ist es für das Unternehmen eine Zäsur, wenn er sich nun ein Stück weit zurückzieht. Bezos ist der Architekt eines der erfolgreichsten Technologiekonzerne der vergangenen Jahrzehnte. Aber so wenig seine unternehmerische Leistung infrage steht: Bezos ist eine streitbare Figur und hinterlässt ein zwiespältiges Vermächtnis.

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