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Ökonom Piketty im Gespräch : „120.000 Euro für jeden“

Bild: F.A.S.

Der französische Ökonom Thomas Piketty hat mit seinen Thesen zur Ungleichheit Furore gemacht. Jetzt will er das Geld der Reichen an alle verteilen. Ein Interview.

          7 Min.

          Herr Piketty, Ihr neues Buch beschäftigt sich mit der Geschichte der Ungleichheit. Wie steht es heute damit?

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Im Lauf der Geschichte ist die Ungleichheit immer weiter zurückgegangen. Heute ist die Welt eine gleichere als vor hundert Jahren, denn wir haben etwas über Gerechtigkeit gelernt. Das war ein großer Erfolg! Dabei halfen öffentliche Bildungs- und Gesundheitssysteme, progressive Unternehmensteuern ...

          ... und auch Kriege haben die Ungleichheit enorm verringert.

          Das ist die weniger positive Seite. Die Weltkriege haben den Prozess beschleunigt. Aber die Vereinigten Staaten und Großbritannien waren nach 1945 anders als kontinentaleuropäische Länder nicht stark zerstört, dort ging die Ungleichheit trotzdem zurück. Insgesamt ist die Entwicklung mehr auf politisch-intellektuelle Faktoren zurückzuführen. Seit den achtziger Jahren ist der Trend zwar unterbrochen. Aber das sollten wir nicht zu hoch hängen, künftig wird die Ungleichheit wieder zurückgehen.

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