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Arbeitszeiten : Überstunden machen vor allem Männer

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Nachschub für Nachtarbeiter Bild: Dieter Rüchel

Die Deutschen rühmen sich gerne ihres Fleißes. Eine Studie des Statistischen Bundesamts zeigt jetzt, wer besonders viele Überstunden macht. Es sind mehr Männer als Frauen und eher die älteren als die jüngeren.

          Jeder zehnte Erwerbstätige arbeitet 48 Stunden und mehr je Woche. Dabei handelt es sich vor allem um Selbstständige, Führungskräfte und Landwirte. Die im Bundesarbeitszeitgesetz festgelegte Obergrenze übertreffen insgesamt 3,8 Millionen Männer und Frauen, wie aus einer am Dienstag vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Studie hervorgeht (siehe auch PDF: Studie - Qualität der Arbeit).

          Überlange Arbeitszeiten haben demnach 47,4 Prozent der Selbstständigen, aber nur 5,3 Prozent der Arbeitnehmer.

          1,7 Millionen arbeiten sogar 60 Stunden und mehr - das sind 4,3 Prozent der Erwerbstätigen. Im Durchschnitt arbeiteten die Deutschen im vergangenen Jahr in Voll- und Teilzeit dagegen nur 35,8 Stunden. Die Angaben beruhen auf der Selbsteinschätzung der Befragten.

          Lange Arbeitszeiten betreffen vor allem Männer

          Unter Führungskräften sind sehr lange Arbeitszeiten besonders weit verbreitet: Fast 40 Prozent sind normalerweise mehr als 48 Stunden im Dienst, jede fünfte Führungskraft sogar mindestens 60 Stunden.

          Auch jeder dritte Landwirt hat eine überlange Arbeitszeit. In akademischer Berufen liegt der Anteil bei 17 Prozent. Am seltensten leisten Hilfsarbeitskräfte (2,7 Prozent) sowie Bürokräfte und kaufmännische Angestellte (3,1 Prozent) viele Überstunden.

          Frauen kommen deutlich seltener als Männer auf mehr als 48 Stunden je Woche: Ihr Anteil liegt bei 4,2 Prozent gegenüber 14,8 Prozent der männlichen Kollegen. Die Erklärung der Statistiker: „Dies beruht zum einen auf der Tatsache, dass Frauen im Vergleich seltener Führungspositionen ausüben und häufiger Teilzeit arbeiten“, schrieben die Statistiker. Aber: Auch Frauen in Führungspositionen hätten seltener überlange Arbeitszeiten als Männer.

          Der Anteil von Männern mit überlangen Arbeitszeiten hat sich dabei seit 1998 kaum verändert. Bei den Frauen gab es einen leichten Rückgang um einen Prozentpunkt.

          Je älter, desto länger die Arbeitszeit

          Ältere sind zudem länger an ihrem Arbeitsplatz anzutreffen als ihre jüngeren Kollegen: Während mehr als zwölf Prozent der 55- bis 64-Jährigen mehr als 48 Stunden arbeiteten, sind es nur knapp zwei Prozent der 15- bis 24-Jährigen und rund acht Prozent der 25- bis 34-Jährigen.

          „Hintergrund ist der höhere Führungskräfteanteil bei den Älteren“, hieß es. „Zugleich sind überlange Arbeitszeiten aber auch bei jüngeren Führungskräften weniger häufig als bei älteren.“

          Jeder vierte arbeitet auch am Samstag

          Der Anteil der Erwerbstätigen, die abends zwischen 18 und 23 Uhr noch arbeiten, ist zwischen 1992 (16 Prozent) und 2009 (26 Prozent) um gut zehn Prozentpunkte gestiegen.

          Immer häufiger wird zudem auch am Wochenende gearbeitet. Der Anteil der Erwerbstätigen, die samstags arbeiten, stieg von 21 Prozent auf 25 Prozent, der Anteil der Sonntagsarbeiter von 10 Prozent auf 13 Prozent. Dazu hat nach Einschätzung der Statistiker vermutlich auch die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten beigetragen.

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