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Arbeitszeiten : Deutsche arbeiten häufiger nachts und am Wochenende

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Besonders Berufseinsteiger haben es heute schwerer als noch vor 15 Jahren. 40 Prozent beginnen mit einem befristeten Arbeitsvertrag. Bild: Röth, Frank

Die Arbeitnehmer in Deutschland müssen immer mehr und flexibler arbeiten. Jeder vierte Beschäftigte hat auch am Samstag Dienst, der Anteil der Nachtarbeiter stieg auf knapp 10 Prozent. Auch die Wochenarbeitszeit insgesamt hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht.

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          Die Arbeitnehmer in Deutschland sind heute häufiger in der Nacht und an Wochenenden tätig als Mitte der neunziger Jahre. Knapp ein Viertel der Beschäftigten arbeitete im vergangenen Jahr auch samstags, 1996 waren es 18,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Der Anteil der Menschen, die nachts arbeiten, erhöhte sich im selben Zeitraum von 6,8 auf 9,6 Prozent.

          Fast jeder Zweite Berufseinsteiger hat nur einen befristeten Vertrag

          Im Durchschnitt arbeiteten Vollzeitbeschäftigte im vergangenen Jahr 40,7 Stunden pro Woche. Damit lag der Wert über dem Durchschnitt der EU-Länder von 40,4 Stunden. Am niedrigsten war die Arbeitszeit EU-weit in Dänemark mit 37,7 Stunden sowie in Irland und Norwegen mit jeweils 38,4 Stunden. Die höchste Wochenarbeitszeit gab es in Großbritannien mit 42,2 Stunden und in Österreich mit 41,8 Stunden.

          Junge Erwerbstätige haben in ihrem Arbeitsleben zudem weniger Beschäftigungssicherheit. Im vergangenen Jahr hatten 19 Prozent der 25- bis 34-jährigen Erwerbstätigen einen befristeten Arbeitsvertrag. Dieser Anteil hat sich in den vergangenen fünfzehn Jahren fast verdoppelt. Vor allem Berufseinsteiger und Stellenwechsler beginnen häufig mit einem befristeten Vertrag: 40 Prozent derjenigen, die im Jahr 2011 erst seit weniger als zwölf Monaten bei ihrem aktuellen Arbeitgeber tätig waren, hatten einen befristeten Arbeitsvertrag.

          Frauen verdienen im Durchschnitt 23 Prozent weniger als Männer

          Deutliche Unterschiede bei der Erwerbstätigkeit gibt es auch zwischen Männern und Frauen. So verdienten Frauen im vergangenen Jahr durchschnittlich 23 Prozent weniger als Männer. Ihr Anteil an Führungspositionen lag bei rund 30 Prozent, das ist deutlich niedriger als der Frauenanteil an der Gesamtbeschäftigung von 46 Prozent. Auch wenn sich heute mehr Frauen in Führungspositionen befinden als 1996 (27 Prozent). Außerdem arbeiten Frauen weitaus häufiger in Teilzeit als Männer: Mehr als 80 Prozent der Erwerbstätigen in Teilzeit waren im vergangenen Jahr Frauen.

          Immerhin verstehen sich die meisten Arbeitnehmer sehr gut mit ihren Kollegen: Zwei Drittel gaben an, gute Freunde am Arbeitsplatz gefunden zu haben. Fast die Hälfte sagt, auch von Vorgesetzten gut unterstützt zu werden. Allerdings fühlt sich etwa jeder zehnte Arbeitnehmer an seinem Arbeitsplatz diskriminiert. Der häufigste Grund dabei: das Alter. Zwei Prozent der Befragten gaben zudem an, ungewollt sexuelle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und empfanden das als Diskriminierung.

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