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Arbeitszeit und Rente : Müssen wir länger arbeiten?Ja.

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Bild: F.A.Z.

Mit steigender Lebenserwartung und sinkender Geburtenrate wächst die Lebensarbeitszeit. Positive Auswirkung: Die heutige Massenarbeitslosigkeit wird vermutlich kein Thema mehr sein.

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          Die Lebenserwartung von Neugeborenen ist in Deutschland bei Männern seit 1950 bis heute um gut zehn Jahre auf knapp 74,6 Jahre gestiegen. Bei Frauen stieg sie etwas stärker um mehr als zwölf auf knapp 80,5 Jahre. Die Menschen werden also immer älter. Damit wächst auch der Zeitraum, in dem sie Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung bekommen.

          Um der steigenden Lebenserwartung Rechnung zu tragen, werden die Deutschen in Zukunft auch länger arbeiten müssen. Die Rente mit 67 wird, wie es auch die Rürup- und die Herzog-Kommission in ihren Berichten übereinstimmend fordern, im Jahr 2030 der Normalfall sein müssen.

          Massenarbeitslosigkeit dürfte zurückgehen

          Längere Lebensarbeitszeiten sind also kein Thema für diejenigen, die jetzt Mitte Fünfzig oder Anfang Sechzig sind und dem Ruhestand entgegensehen. Die Rente mit 67 betrifft erst diejenigen, die 1969 oder später geboren wurden. Dann sind die geburtenschwachen Jahrgänge im Erwerbstätigenalter. Die Massenarbeitslosigkeit von heute dürfte dann der Vergangenheit angehören. Ältere Arbeitnehmer müssen dann auch einen Teil der Lücken füllen, die dadurch entstehen, daß wegen niedriger Geburtenraten das Erwerbspersonenpotential in Deutschland deutlich zurückgehen wird. Die Kritiker längerer Lebensarbeitszeiten, die sich über die "Rente mit 67" empören, tun so, als wäre die längere Lebensarbeitszeit eine Maßnahme, die bereits morgen in Kraft treten soll. Davon kann keine Rede sein.

          Daß die Verlängerung der Lebenserwartung ab 2010 aber mit einer schrittweisen Verlängerung der Lebensarbeitszeit einhergehen muß, wenn die gesetzliche Rente weiterhin bezahlbar bleiben und das Produktionspotential der Volkswirtschaft weiter vergrößert werden soll, ist unter Experten unbestritten.

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