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Arbeitswelt : 30 Stunden

Die Idee einer 30-Stunden-Woche für alle - bei vollem Lohnausgleich - macht wieder die Runde. Klingt ja auch verlockend. Aber das macht die Sache nicht besser.

          Kann es Zufall sein, dass ausgerechnet an Karneval ein alter Hut aus dem linken Lager wiederauftaucht? Eigentlich schienen die Pläne zur großflächigen Umverteilung von Arbeit mit der Jahrtausendwende beerdigt. Doch nun feiert die Idee einer 30-Stunden-Woche für alle - bei vollem Lohnausgleich - fröhliche Urständ.

          Die mehr als hundert Unterstützer aus Politik, Wissenschaft und Gewerkschaften sehen in dieser „Verknappung der Ware Arbeitskraft“ heute die Antwort auf Unterbeschäftigung und Burnout.

          Das klingt zeitgemäß, macht die Sache aber nicht besser. Weder lässt sich in einer Marktwirtschaft das Arbeitsvolumen planwirtschaftlich beliebig auf Köpfe verteilen, noch dürften sich gerade bei Geringqualifizierten die erhofften Produktivitätssteigerungen zur Finanzierung dieses Arbeitszeit-Luxus einstellen.

          Überhaupt steht das Land vor ganz anderen Herausforderungen. Im Süden herrscht schon heute Vollbeschäftigung. Fachkräfte werden auch deswegen knapp, weil die Bevölkerung stark altert und schrumpft. Will Deutschland seinen Wohlstand erhalten, sollte die 30-Stunden-Woche zum Aschermittwoch wieder in der Versenkung verschwinden.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

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