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Arbeitsrecht : Mehr Kurzarbeit im März als in zwölf Jahren

Durch das Instrument der Kurzarbeit wird der von der Corona-Pandemie verursachte Wirtschaftseinbruch einer Auswertung zufolge fast halbiert. Bild: dpa

Eine halbe Millionen Unternehmen haben in der Corona-Krise einen Antrag auf Kurzarbeit für ihre Mitarbeiter gestellt. Wann darf Kurzarbeit angeordnet werden?

          4 Min.

          Die neue Schlüsselzahl des deutschen Arbeitsmarkts lautet 470000. Sie ist zwar niedriger als die gewohnte Arbeitslosenzahl – steht aber für eine nie dagewesene Dramatik. Denn 470000 Betriebe haben im Monat März Kurzarbeit für ihre Mitarbeiter angemeldet. Wie viele Arbeitnehmer das betrifft, kann die Bundesagentur für Arbeit noch nicht sicher sagen. Eines ist allerdings statistisch belegt: Im März 2020 gab es damit mehr Anträge als in den zwölf Jahren davor. Von Februar 2008 bis Februar 2020 hatten 350000 Betriebe Kurzarbeit angemeldet.

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Konkret bedeutet dies, dass die Betriebe wegen der Wirtschaftskrise unter „erheblichem Arbeitsausfall“ leiden, wie es das Gesetz definiert – so sehr, dass sie sich nicht in der Lage sehen, allen Mitarbeitern den regulären Arbeitslohn zu garantieren. Denn das ist der Kern der Sozialleistung Kurzarbeitergeld, deren gesetzliche Höhe von 60 Prozent des ausfallenden Nettolohns dem Arbeitslosengeld entspricht: Bevor ein Betrieb entlässt und seine Arbeitnehmer Arbeitslose werden, soll die Sozialkasse lieber vorher zahlen – in der Hoffnung, dass gar kein Arbeitslosengeld benötigt wird. Ob das klappt, weiß man allerdings immer erst später.

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