https://www.faz.net/-gqe-owfs

Arbeitsmarkt : Wirtschaft will Ausbildungsabgabe noch abwenden

  • Aktualisiert am

Bild:

Mit einem freiwilligen „Pakt für Ausbildung“ will die Wirtschaft die geplante Lehrstellenumlage in letzter Minute noch abwenden. Den Vorschlag machte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag am Mittwoch in einem Gespräch mit SPD-Chef Franz Müntefering.

          1 Min.

          Mit einem freiwilligen „Pakt für Ausbildung“ will die Wirtschaft die geplante Lehrstellenumlage in letzter Minute noch abwenden. Den Vorschlag machte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag am Mittwoch in einem Gespräch mit SPD-Chef Franz Müntefering.

          Die Kommunen sagten ebenfalls freiwillige Anstrengungen zu, um die Abgabe zu vermeiden. Aus der Koalition gab es Signale der Bewegung. Ein Sprecher Münteferings bekräftigte aber den Plan für das Gesetz. Daran hielten auch die Gewerkschaften fest.

          DIHK will Leistungen im Pakt zusagen

          Der Partei- und Fraktionschef traf sich am Mittwoch in unterschiedlichen Runden mit Unternehmensverbänden, Vertretern der Kommunen und Gewerkschaften. DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun nannte sein Gespräch mit Müntefering konstruktiv. Er habe den Eindruck gewonnen, daß seine Vorschläge als Alternative zu einem Gesetz erwogen würden.

          Braun erklärte, Kernelemente seines „Pakts“ seien Bündnisse der Tarifparteien auf Landesebene unter Beteiligung des Bundes, ein Azubi-Bafög der Bundesagentur für Arbeit als Umzugshilfe für Lehrlinge, eine individuelle Unterstützung für unvermittelte Jugendliche sowie Einstiegsqualifizierungen für „bedingt Ausbildungsfähige“.

          In einem solchen Pakt sei der DIHK bereit, „weit reichende Leistungszusagen“ zu machen. Voraussetzung sei allerdings, daß Rot-Grün mindestens drei Jahre auf ein Abgaben-Gesetz verzichte. Auch die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände warb für freiwillige Lösungen. Der Deutsche Städtetag und der Deutsche Landkreistag wandten sich bei Müntefering ebenfalls gegen die Abgabe. Städtetags-Geschäftsführer Stephan Articus erklärte, sein Verband habe einen „substanziellen Beitrag“ zur Ausbildung junger Menschen zugesagt.

          Auch die 323 deutschen Landkreise wollen „im Rahmen ihrer Möglichkeiten zur Sicherung der Berufsausbildung junger Menschen“ beitragen. Dies gehe aber nur mit freiwilligen Lösungen.

          Der Deutsche Gewerkschaftsbund bekräftigte hingegen nach seinem Gespräch mit Müntefering am Abend, man halte an der Forderung nach einem Gesetz fest. Mit Müntefering habe Einigkeit bestanden, das dieser Druck auf die Arbeitgeber notwendig sei, sagte eine DGB-Sprecherin. Der DIHK-Vorstoß sei nicht debattiert worden.

          Weitere Themen

          In China lauert die Korruption bis heute

          Vorfälle der Deutschen Bank : In China lauert die Korruption bis heute

          Mit teuren Geschenken an chinesische Politiker wollte sich die Deutsche Bank Vorteile verschaffen. Der Fall lenkt den Blick auf ein Land, das trotz Mühen immer noch unter Bestechung leidet – auch wegen des Handelskriegs mit Amerika.

          Topmeldungen

          Donald Trump und Liu He, Vizepremier von China, gemeinsam in Washington. Infolge des Handelskriegs mit Amerika habe die Korruption in Chinas Privatwirtschaft wieder zugenommen, berichtet Philipp Senff von der Wirtschaftsanwaltskanzlei CMS in Schanghai.

          Vorfälle der Deutschen Bank : In China lauert die Korruption bis heute

          Mit teuren Geschenken an chinesische Politiker wollte sich die Deutsche Bank Vorteile verschaffen. Der Fall lenkt den Blick auf ein Land, das trotz Mühen immer noch unter Bestechung leidet – auch wegen des Handelskriegs mit Amerika.
          Andreas Scheuer am Mittwoch in Berlin

          Verkehrsminister Scheuer : Im Porsche durch die Politik

          Verkehrsminister Andreas Scheuer hat einen Vorteil, der ihm beim Streit über die Pkw-Maut zum Nachteil gereichen könnte: eine gewisse Lockerheit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.