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Rekordarbeitslosigkeit in Europa : Jeden Monat werden es Hunderttausende mehr

  • Aktualisiert am

Massenarbeitslosigkeit - Massenprotest: Demonstration in Madrid im Juli vergangenen Jahres Bild: dpa

Mehr Arbeitslose hat die EU nie registriert: Fast 25 Millionen Menschen suchen einen Erwerb. Besonders schlimm ist es in Südeuropa - vor allem für Jugendliche und junge Erwachsene.

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          Die schwierige wirtschaftliche Lage in vielen europäischen Ländern lässt die Arbeitslosigkeit weiter steigen. Im Februar waren erstmals seit Beginn der Aufzeichnung vor rund vierzehn Jahren mehr als 17 Millionen Menschen in den 17 Eurostaaten ohne Arbeitsstelle, teilte das europäische Statistikamt Eurostat am Montag in Luxemburg mit. Die Durchschnittsquote stieg im Vorjahresvergleich um 0,8 Punkte auf 10,8 Prozent.

          In der gesamten EU waren mehr als 24,5 Millionen erwerbslos gemeldet, die Quote kletterte auf 10,2 Prozente. Im vergangenen Jahr verschärfte sich die Situation monatlich: Seit dem Frühjahr 2011 ist die Zahl der Arbeitslosen im Durchschnitt um jeweils 200 000 pro Monat gestiegen.

          Am schlimmsten ist die Lage in den hochverschuldeten Eurostaaten. Allein in Spanien sind nun mehr als 5 Millionen Menschen ohne Arbeitsstelle, das bedeutet eine Rekordquote von 23,6 Prozent. In Griechenland sind 21 Prozent arbeitslos. Die Hellenen weisen mit fast 7 Prozentpunkten den größten Zuwachs innerhalb eines Jahres auf.

          Auch in Portugal und Irland legten die Quoten auf rund 15 Prozent zu. Die stärksten Rückgänge innerhalb der vergangenen zwölf Monate gab es in den Ländern des Baltikums, wobei Lettland und Litauen immer noch Quoten von mehr als 14 Prozent haben.

          Deutschland an vierter Stelle

          Am niedrigsten ist die Arbeitslosigkeit in Österreich (4,2 Prozent), den Niederlanden (4,9 Prozent), Luxemburg (5,2 Prozent) und Deutschland (5,7 Prozent). In Frankreich liegt sie mit 10 Prozent knapp unter dem Durchschnitt.

          Besonders hoch ist die Jugendarbeitslosigkeit - sie liegt nun im Durchschnitt bei 21,6 Prozent. 5,5 Millionen Personen im Alter unter 25 Jahren sind ohne Arbeit. In Spanien und Griechenland sind die Jugendarbeitslosenquoten über 50 Prozent gestiegen. Deutschland verzeichnete mit 8,2 Prozent den niedrigsten Wert.

          Die Europäische Kommission zeigte sich besorgt über die Entwicklung auf den Arbeitsmärkten. Bei aller Bedeutung von Einsparungen der öffentlichen Hand komme es drauf an, Wachstum und Arbeitsplatzschaffung besser miteinander zu verknüpfen.

          Warten auf Vorschläge

          Wer nur auf Sparen setze, verschärfe die Rezession; daher müsse der Arbeitsmarkt stärker in Wirtschafts- und Finanzpolitik berücksichtigt werden, erläuterte eine Kommissionssprecherin. Demographischer Wandel, der Umbau zu mehr Nachhaltigkeit sowie der technologischer Wandel zwängen zu Arbeitsmarktreformen sowie einer besseren fachlichen Qualifikation der Arbeitskräfte.

          Vorschläge dazu will die Kommission am 19. April vorlegen. Sie sollen Wege zu einem „echten europäischen Arbeitsmarkt“ sowie zur besseren Nutzung von EU-Fördermitteln aufzeigen. Allein im EU-Sozialfonds stünden noch 30 Milliarden Euro ungenutzter Haushaltsmittel zur Verfügung.

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