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Kommentar : Grün, Blau, Rot

In den Vereinigten Staaten gibt es eine „Green Card“, in Deutschland nun eine „Blue Card“ Bild: obs

Die Lockrufe, die die Regierung mit der „Blue Card“ aussendet, klingen noch verhalten. Die Hürden für ausländische Arbeitskräfte bleiben hoch. Ein Kriterienkatalog würde helfen.

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          Nach der Green Card nun die Blue Card: Unter dem Druck des zunehmenden Mangels an Fachkräften will die Bundesregierung ausgebildete Ausländer aus Nicht-EU-Staaten nach Deutschland locken.

          Doch ihre Lockrufe klingen noch verhalten: Vorerst bleibt es dabei, dass der Ausländer einen Job vorweisen muss, bevor er einreisen darf. Vorerst muss die Arbeitsverwaltung grundsätzlich weiter prüfen, ob nicht vielleicht ein Arbeitssuchender aus der EU die Stelle besetzen könnte.

          Immerhin wird die Gehaltsschwelle, von der an die Vorrangprüfung entfällt, jetzt gesenkt. Der in der Ferne interessierte Bewerber muss sich aber gleich auf drei neue Gehaltsschwellen einstellen. Vom Einkommen hängt auch ab, ob seine Aufenthaltserlaubnis befristet ist oder nicht.

          Ein Kriterienkatalog, wie ihn die Wirtschaft im Rahmen eines Punktesystems nach kanadischem Vorbild fordert, würde Zuwanderern den Weg erleichtern. Transparenz wäre ein Beitrag zur „Willkommenskultur“, die so mancher vermisst.

          Mit einem Ansturm rechnet niemand. Viele Hochqualifizierte werden sich nicht um die Blaue Karte reißen, sondern Deutschland - nicht nur wegen der schweren Sprache - die Rote Karte zeigen.

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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