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Einstiegsgehälter : Rosige Zeiten für Hochschulabsolventen

Bild: F.A.Z.

Viele Unternehmen wollen dieses Jahr junge Akademiker einstellen - und lassen sich das etwas kosten. Vor allem Absolventen mit Diplom sind begehrt auf dem Arbeitsmarkt.

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          Hochschulabsolventen erfreuen sich auf dem Arbeitsmarkt großer Beliebtheit und erzielen im Durchschnitt Einstiegsgehälter von brutto 40.000 Euro im Jahr. Sie waren freilich schon während der Krise gefragt und verdienten oft gut. Doch haben sich nun im Aufschwung sowohl die Lage als auch die Aussichten weiter verbessert. Dies sind Ergebnisse der neuesten Gehaltsstudie des Stuttgarter Personalvermittlers für akademische Berufe, Alma Mater. Für die Untersuchung wurden mehr als 900 Unternehmen aller Branchen und Größen zwischen Dezember 2010 und März 2011 befragt. Nur zwei Prozent der Befragten gaben an, im laufenden Jahr keine Hochschulabsolventen einstellen zu wollen. In fast der Hälfte der Unternehmen steigt sogar der Bedarf an jungen Akademikern.

          Lisa Becker

          Redakteurin in der Wirtschaft

          Besonders begehrt sind weiterhin Absolventen, die ein Diplom in der Tasche haben. 83 Prozent der Umfrageteilnehmer wollen sie einstellen. Kaum weniger beliebt sind Masterabsolventen, für die sich 78 Prozent der Unternehmen interessieren. Auch Bachelor sind in knapp drei Viertel der Betriebe gefragt. Wesentlich geringer sind hingegen die Chancen für Magister; an ihnen bekundet nur ein Drittel der Unternehmen Interesse.

          Das durchschnittliche Jahresgehalt liegt bei 40.000 Euro

          Obwohl Diplomanden etwas stärker gefragt sind als Master, verdienen sie nicht mehr. Die Einstiegsgehälter der beiden Absolventengruppen unterscheiden sich kaum. Ein paar hundert und manchmal auch wenige tausend Euro weniger verdienen hingegen Bachelorabsolventen beim Berufseinstieg. Das gilt allerdings nicht in Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern. Dort schneiden Bachelor sogar am besten ab.

          Das durchschnittliche (Median) Brutto-Jahresgehalt eines akademisch ausgebildeten Berufseinsteigers beträgt nach der Studie 40.000 Euro. In den beiden Jahren zuvor lag es fast genauso hoch. Die höchsten Einstiegsgehälter zahlen mit durchschnittlich 48.000 Euro die Fahrzeughersteller. Ein paar tausend Euro weniger, aber mehr als 40.000 Euro verdienen Berufseinsteiger in der Elektrotechnik, im Maschinenbau, bei Autozulieferern und in der Finanzbranche. Etwas weniger als 40.000 Euro wird in den Beratungsunternehmen gezahlt. Die Schlusslichter in der Bezahlung sind der Einzelhandel, die Medien, der Tourismus und der öffentliche Dienst (siehe Grafik).

          Uni- und FH-Absolventen verdienen ähnlich

          In großen Unternehmen wird mehr verdient als in kleinen Unternehmen. In Konzernen beträgt das durchschnittliche Einstiegsgehalt 43.500 Euro, in Unternehmen mit hundert bis tausend Mitarbeitern 39.500 Euro. Die Autoren der Studie weisen jedoch darauf hin, dass es gerade in kleinen und mittelgroßen Unternehmen oft möglich ist, schon früh Verantwortung zu übernehmen. Auch könne man dort mit einem entsprechenden Engagement die Entwicklung des Gehalts besonders stark beeinflussen.

          Nach Funktion betrachtet unterscheiden sich die Einstiegsgehälter nur wenig. Durchschnittlich 42.000 Euro verdient ein akademisch ausgebildeter Berufseinsteiger in der Fertigung sowie der Forschung und Entwicklung. In den Bereichen Vertrieb, Finanzen, IT, Marketing und Personal sind es 40.000 Euro. Am wenigsten verdienen mit 39.000 Euro Trainees.

          Die Einstiegsgehälter von Uni- und Fachhochschulabsolventen weichen kaum voneinander ab, da nur wenige Unternehmen einen Unterschied zwischen den Absolventengruppen machen. Die wenigen Betriebe, die lieber Uni-Abgänger einstellen, zahlen diesen im Durchschnitt 17 Prozent mehr. Ähnlich verhält es sich mit einer Promotion oder Habilitation; sie zahlt sich nur in wenigen Unternehmen aus. Wenn sie geschätzt wird, dann beträgt der Aufschlag 20 Prozent.

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