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Arbeitsmarkt : So viele offene Stellen wie noch nie

  • Aktualisiert am

Stellenangebot im Schaufenster einer Metzgerei Bild: dpa

Die Zahl der freien Stellen erreicht im Januar einen neuen Rekord. Noch immer stammt jede dritte offene Stelle aus der Zeitarbeitsbranche. Doch auch im Pflegebereich oder im Handel steigt die Nachfrage.

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          Die Chancen von Arbeitslosen sind nach Erkenntnissen der Bundesagentur für Arbeit (BA) schon lange nicht mehr so gut gewesen wie zum Jahresbeginn. Die Arbeitskräftenachfrage der deutschen Wirtschaft liegt weiter auf Rekordniveau: Noch nie seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen habe es in Deutschland so viele offene Stellen gegeben wie im Januar, berichtete die Bundesagentur am Montag bei der Veröffentlichung ihres Stellenindexes BA-X. Der Index wird seit dem Jahr 2004 ermittelt.

          Nach Einschätzung der Nürnberger Bundesbehörde wird die hohe Arbeitskräftenachfrage weiterhin durch die stabile wirtschaftliche Situation in Deutschland getragen. Offene Stellen gibt es nach Bundesagentur-Angaben vor allem bei Zeitarbeitsunternehmen. Seit Monaten stammt jede dritte Stelle aus dieser Branche. Zusätzliche Kräfte suchten außerdem der Groß- und Einzelhandel, Bauinstallationsbetriebe, die Gastronomie, aber auch Kliniken, Pflegeheime und Pflegedienste sowie Sozialeinrichtungen.

          Arbeitslosigkeit geringer als im Vorjahr

          Auch Experten sehen den Arbeitsmarkt im Januar trotz eines kräftigen saisonbedingten Anstiegs der Arbeitslosenzahlen in guter Verfassung. Zwar sei die Zahl der Erwerbslosen zum ersten Mal seit neun Monaten wieder über die psychologisch wichtige Drei-Millionen-Marke gestiegen - nämlich auf 3,09 Millionen. Dies wären rund 310 000 mehr als im Dezember 2011, aber knapp 260 000 weniger als vor einem Jahr. Ziehe man saisonale Effekte ab, sei die Zahl der Erwerbslosen noch einmal um rund 20 000 gesunken. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen für Januar will die BA an diesem Dienstag bekanntgeben.

          Nach Einschätzung der Fachleute hat der starke Anstieg der Erwerbslosenzahl zum Jahresauftakt allein saisonale Gründe. Zum einen ruhe in den frostigen Wintermonaten vielerorts auf dem Bau, in der Landwirtschaft und in Gärtnereien die Arbeit. Zum anderen streiche der Handel nach dem Ende des Weihnachtsgeschäfts wieder Stellen. Auch andere befristete Arbeitsverträge endeten häufig am Jahresende, dieser Umstand lasse vorübergehend die Arbeitslosigkeit steigen. Nach Einschätzung vieler Konjunkturforscher und Bankenvolkswirte fällt der saisonale Anstieg in diesem Jahr dennoch deutlich geringer aus als in den Vorjahren. „Das liegt zum einen an dem vergleichsweise milden Winterwetter im Januar“, erläutert Allianz-Arbeitsmarktexperte Rolf Schneider. „Zum anderen deutet sich an, dass die Konjunktur zum Jahresbeginn besser läuft als zunächst gedacht. Viele Unternehmen sind inzwischen wieder zuversichtlicher.“

          In guter Verfassung sieht derzeit auch der Experte des Münchner Ifo-Instituts, Steffen Henzel, den Stellenmarkt: „Der Ifo-Geschäftsklimaindex zeigt, dass die Unternehmen recht positiv in die Zukunft schauen. Das sollte sich auch auf dem Arbeitsmarkt auswirken.“ Die Unternehmen seien weiterhin wettbewerbsfähig und könnten diesen Vorteil auf dem Weltmarkt ausspielen. Entsprechend groß sei bei vielen Unternehmen die Nachfrage nach Arbeitskräften.
           

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