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Arbeitsmarkt : Umwelttechniker haben Zukunft

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Hochtechnologie prägt das Anforderungsprofil

          2 Min.

          Die Entsorgungs- und Recyclingbranche gehört in Deutschland zu den beschäftigungsintensiven Wirtschaftszweigen. Einschließlich der Wasserwirtschaft verdienen dort schätzungsweise 250.000 Menschen ihr Geld. Von ihnen sind etwa 150.000 in einem der rund 900 Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) tätig.

          Zweiter großer Arbeitgeber sind die Kommunen mit ihren Abfallwirtschaftsbetrieben. Einen Beschäftigungsschub hat in den neunziger Jahren der Übergang zum Wertstoffrecycling mit der anfangs noch weitgehend händischen Sortierung ausgelöst. Weitere, bis zu 15 000 neue Dauerarbeitsplätze sind einer Untersuchung des Forschungsinstitutes Prognos zufolge in den seit 1993 errichteten Anlagen zur Müllverbrennung und biologisch-mechanischen Vorbehandlung von Abfällen entstanden.

          Rund 20 Milliarden Euro haben Kommunen und Privatwirtschaft investiert, um das Deponieverbot für unbehandelte Abfälle einhalten zu können. Die Zeiten, in denen Müll eingesammelt und anschließend irgendwo abgekippt wurde, sind vorbei. „Abfallwirtschaft wird immer mehr zu einer Zukunfts-, ja zu einer Hightech-Branche“, sagt BDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Harmening. Das schlägt sich auch im Anforderungsprofil der Beschäftigten nieder. Umwelttechnische Berufe von der Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft bis zu Ingenieuren für Labor- und Verfahrenstechnik finden hier ihr Tätigkeitsfeld. Gefragt sind ebenfalls Energie- und Gebäudetechniker, informationstechnische Berufe sowie Spezialisten für Betriebstechnik. Die zweite große Beschäftigungsschiene bildet die Entsorgungslogistik: vom Einsammeln und Transport der Abfälle bis zur Zwischenlagerung und Auslieferung daraus gewonnener Wertstoffe. Die berufliche Palette reicht vom Kraftfahrer über den Disponenten bis zum Logistikmanager, der die Abläufe organisiert.

          Wie breit die Palette ist, zeigt sich daran, daß allein der größte deutsche Entsorgungskonzern Remondis rund zwei Dutzend verschiedene Ausbildungsberufe anbietet. Harmening ist davon überzeugt, daß die Zahl der in der Branche Beschäftigten in den kommenden Jahren weiter ansteigen wird. „Vom Know-how, das die deutschen Entsorger aufgebaut haben, werden die Unternehmen gerade in einem sich zunehmend öffnenden europäischen Entsorgungsmarkt profitieren“, sagt er. Für steigende Beschäftigungszahlen spricht bereits der mit dem Anteil des Recycling stark wachsende Arbeitsaufwand. Nach Angaben der Europäischen Kommission werden für die stoffliche Wiederverwertung von 10 000 Tonnen Abfall rund 250 Arbeitskräfte benötigt, bei der Verbrennung derselben Menge 20 bis 40 Mitarbeiter, bei der Deponierung lediglich 10 Beschäftigte.

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