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Arbeitsmarkt : Noch robust

Der robuste deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich am klarsten daran, wie viele ältere Menschen mittlerweile beschäftigt sind - dank der Beseitigung unseliger Frühverrentungsprogramme. Ausruhen auf diesem Erfolg darf sich die Politik aber nicht.

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          Der Arbeitsmarkt sei „anhaltend robust“ - so kommentiert die Regierung seit einiger Zeit regelmäßig die monatlichen Arbeitslosenzahlen. Diese Formulierung hat zwei Gesichter: Sie ist fragwürdig, sofern sie kaschieren soll, dass die Entwicklung schon viel Schwung verloren hat. Sie ist aber noch völlig richtig, wenn sie den Blick auf den Langfrist-Trend lenkt.

          Um wie viel robuster die Situation seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts geworden ist, zeigt sich am klarsten an der Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer. Seit dem Jahr 2006 hat sich die Zahl der Beschäftigten jenseits der 60 glatt verdoppelt. Das ist zuerst einer mutigen Politik zu verdanken, die unselige Frühverrentungsprogramme beseitigt hat.

          Auch diese Erfolgsstory geht aber nicht automatisch immer weiter. Nach wie vor finden Ältere schwer neue Arbeit, wenn sie einmal arbeitslos geworden sind. Bisher wurde dies dadurch kompensiert, dass immer weniger Ältere ihre Stelle verloren. Umso mehr Vorsicht ist geboten, wenn sich dieser Teil der Entwicklung umzukehren droht. Und umso nötiger ist eine Politik, die bei den Betrieben Vertrauen schafft und nicht laufend mit neuen Ideen für teure Sozialleistungen und Arbeitsmarktregulierungen hantiert.

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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