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Arbeitsmarkt : Gewerkschaften wehren sich gegen 40-Stunden-Woche

  • Aktualisiert am

Bild: Dpa

Die Einführung der 40-Stunden-Woche wäre nach Einschätzung der IG Metall „das größte Jobvernichtungs-Programm“ der Nachkriegszeit. Zum Auftakt der Tarifverhandlungen im Baugewerbe hat die IG Bau die Erhöhung der Arbeitszeit abgelehnt.

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          Eine allgemeine Einführung der 40-Stunden- Woche in Deutschland wäre nach Einschätzung der IG Metall „das größte Jobvernichtungs-Programm der Nachkriegsgeschichte“. Zum Auftakt der Tarifverhandlungen im Baugewerbe hat die IG Bau die Erhöhung der Arbeitszeit zur Beschäftigungssicherung abgelehnt.

          Nach Berechnungen der IG Metall würde eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit um fünf Stunden die Arbeitslosenzahl innerhalb von kürzester Zeit auf über sechs Millionen anwachsen lassen.

          „Wer solche Forderungen aufstellt, ist verantwortungs- und gewissenlos. Er nimmt in Kauf, daß das Land gesellschaftlich und ökonomisch aus den Fugen gerät“, betonte der IG-Metall-Vorsitzende Jürgen Peters.

          Jürgen Peters
          Jürgen Peters : Bild: dpa/dpaweb

          Der Technologiekonzern Siemens hatte für rund 4000 Beschäftigte an zwei Standorten eine längere Arbeitszeit ohne Lohnausgleich vereinbart und damit Forderungen nach einer generellen Wiedereinführung der 40- Stunden-Woche neues Gewicht verliehen.

          Gewerkschaften sehen Siemens-Beispiel als Einzelfall

          Peters' Stellvertreter Berthold Huber sagte, wer von Siemens auf eine generelle Arbeitszeitverlängerung schließe, würde nur zeigen, daß er „von der tarifpolitischen Praxis der IG Metall keine Ahnung hat“. Die Gewerkschaft würde auch künftig jeden Einzelfall bewerten und entscheiden, welche Maßnahmen notwendig seien. Abweichende Regelungen vom Tarifvertrag gebe es nur, wenn das Unternehmen die Beschäftigung dauerhaft sichere und Zukunftsinvestitionen zusage.

          IG Bau gegen Rückkehr zur 42-Stunden-Woche

          Zum Auftakt der Tarifverhandlungen im Baugewerbe hat die IG Bau am Montag die Erhöhung der Arbeitszeit zur Beschäftigungssicherung abgelehnt. „Wir wollen einen festen Jahreslohn, damit im Winter nicht mehr entlassen werden muß“, sagte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Werner Kahl am Montag. Im Sommer soll mehr gearbeitet werden, um die Überstunden auf einem „Stundenkonto“ für den Winter zu sammeln.

          Dafür sollen die Beschäftigten in der Woche 42 statt bisher 39 Stunden arbeiten. „Ob mit oder ohne Lohnausgleich, soll jeder Betrieb selbst entscheiden“, sagte Kahl. Nur so könnten die Unternehmen des Baugewerbes günstigere Angebote machen und mit ausländischen Firmen konkurrieren.

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