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Energiekrise und Inflation : Die Lage auf dem Arbeitsmarkt trübt sich ein

Die Bundesagentur für Arbeit in Oldenburg Bild: dpa

Die Zahl der Arbeitslosen sinkt nur noch leicht, die Unternehmen melden wieder mehr Kurzarbeit an: Die schwierige wirtschaftliche Situation macht sich nun auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar.

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          Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt trübt sich angesichts der wirtschaftlichen Folgen des Ukrainekrieges weiter ein. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch mitteilte, sank die Zahl der Arbeitslosen im November zwar weiter: um 8000 auf 2,434 Millionen. Der Rückgang fällt allerdings schwächer aus als für einen November üblich. Und unter Herausrechnung der üblichen jahreszeitlichen Schwankungen hat die Zahl der Arbeitslosen sogar zugenommen – um 17.000.

          Britta Beeger
          Redakteurin in der Wirtschaft und zuständig für „Die Lounge“.

          Das war auch in den beiden Vormonaten schon der Fall. Im Oktober hatte die Bundesagentur für Arbeit diese Entwicklung erstmals nicht darauf zurückgeführt, dass sich viele geflüchtete Ukrainerinnen arbeitslos melden. Vielmehr handle es sich um die Folgen der wirtschaftlichen Abschwächung. Die Vorstandsvorsitzende Andrea Nahles sagte, es zeichne sich „eine gewisse Trendwende“ ab. Soll heißen: Die hohe Inflation und die kräftig gestiegenen Energiekosten hinterlassen erste Kratzer am Arbeitsmarkt.

          Zahl der Erwerbstätigen auf Rekordwert

          Das lässt sich in den neuen Zahlen für November auch daran ablesen, dass die Unternehmen wieder für mehr Mitarbeiter konjunkturelle Kurzarbeit anmelden: zwischen dem 1. und dem 24. November für 82.000 Beschäftigte. BA-Vorstandsmitglied Daniel Terzenbach bezeichnete die Lage am Mittwoch dennoch als „stabil“ und verwies darauf, dass die Beschäftigung deutlich zunehme.

          Tatsächlich ist die Zahl der Erwerbstätigen trotz der für die kommenden Monate erwarteten Rezession im Oktober auf einen Rekordwert gestiegen, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte: auf 45,7 Millionen. Das waren 113.000 oder 0,2 Prozent mehr als im September. Der Zuwachs lag damit leicht über dem Oktober-Durchschnitt der drei Vorkrisenjahre 2017 bis 2019. Auch saisonbereinigt ist die Erwerbstätigkeit im Oktober weiter gestiegen, und zwar etwas deutlicher als in den drei Vormonaten. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach BA-Angaben im September – neuere Daten liegen noch nicht vor – ebenfalls weiter zugenommen.

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