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Arbeitsmarkt : Der Trend geht zum Zweitjob

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Minijobs machen’s möglich: Viele Arbeitnehmer haben nicht nur eine Stelle. 2,5 Millionen Deutsche arbeiten nebenher in einem 400-Euro-Job - doppelt so viele wie 2003.

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          Immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland verdienen sich neben ihrer Hauptbeschäftigung noch etwas hinzu. Im Vorjahr habe bereits jeder elfte Beschäftigte zusätzlich zu seinem regulären Arbeitsstelle mindestens einen Minijob ausgeübt, so die Bundesagentur für Arbeit (BA). Die Behörde bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der „Saarbrücker Zeitung“ (Freitag). Seit dem Jahr 2003 habe sich damit die Zahl der Zweitjobs mehr als verdoppelt.

          Hatte der Anteil der Nebenjobber unter Männer und Frauen mit einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung im Juni 2003 mit 1,157 Millionen lediglich bei 4,3 Prozent gelegen, seien es im Juni 2011 bereits 2,5 Millionen oder 8,8 Prozent gewesen.

          Woran liegt’s?

          Die Bundesagentur führt diese Entwicklung im wesentlichen darauf zurück, dass seit dem Jahr 2003 Minijobs auch als Nebenjob ausgeübt werden dürfen. „Seitdem nehmen die Zahlen zu“, sagte eine BA-Sprecherin. Allein im Vergleich zum Jahr 2010 ist die Zahl der Doppeljobber um 135.000 oder 5,7 Prozent gestiegen.

          Häufiger Minijob.
          Häufiger Minijob. : Bild: dpa

          Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken, Sabine Zimmermann, sagte, das Geld aus einer Arbeitsstelle reiche vielen Menschen nicht mehr. Bei den Grünen hört sich das anders an: Ihre Arbeitsmarktexpertin Brigitte Pothmer hält Minijobs für einen Weg, Steuern zu vermeiden. Wer normale Überstunden mache, müsse Lohnnebenkosten und Steuern zahlen - bei einem Minijob entfalle das. Sie nannte das „extrem unfair gegenüber der Versichertengemeinschaft“.

          Kürzlich hat das Kabinett beschlossen, die Verdienstgrenze für Minijobs von 400 auf 450 Euro zu erhöhen. Damals sagte der FDP-Arbeitsmarktpolitiker Johannes Vogel dieser Zeitung: Zwar würde den Minijobs oft vorgeworfen, sie ersetzten reguläre sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Doch das halte einer Überprüfung nicht stand.

          Auch ob sich Minijobs als Einstieg in den Arbeitsmarkt eignen, ist umstritten.

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