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Arbeitsmarkt : Zu früh für Entwarnung

  • -Aktualisiert am

Das Logo der Bundesagentur für Arbeit an der Fassade der Zweigstelle der Agentur in Oberhausen Bild: dpa

Die Arbeitslosenzahl stabilisiert sich, doch es bleiben viele Unsicherheiten. Die Bundesagentur für Arbeit sollte daher finanziell auf eigenen Füßen stehen – um unabhängig zu sein von politischen Wünschen.

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          Der deutsche Arbeitsmarkt hat die Corona-Krise bisher erstaunlich gut weggesteckt. Nach dem ersten Schock über ein beispielloses Ausmaß an Kurzarbeit und stark steigende Arbeitslosigkeit häufen sich in jüngster Zeit Signale, die Mut machen: So hat die Zahl der Arbeitslosen im Juli nur noch in einem für diese Jahreszeit üblichen Umfang zugenommen, die Zahl der Erwerbstätigen ist nicht weiter gesunken, und auch in den kommenden Monaten ist kein weiterer Einbruch in Sicht.

          Das lässt hoffen – man sollte daraus allerdings nicht den Schluss ziehen, dass die Krise schon überwunden wäre. Die Bundesagentur für Arbeit stabilisiert die Beschäftigung noch immer mit schwindelerregenden Summen, allen voran über das Kurzarbeitergeld: Mehr als 11 Milliarden Euro hat sie allein dafür in den vergangenen Monaten ausgegeben. Das Instrument hat geholfen, Entlassungen in großem Stil erst einmal zu verhindern. 6,7 Millionen Beschäftigte waren im Mai in Kurzarbeit, was zeigt, wie viele Arbeitsplätze auf dem Spiel standen. Doch niemand weiß, was im Herbst passiert. Sollte es zu einer zweiten Infektionswelle kommen oder zu einer großen Zahl von Insolvenzen, kann die Lage schnell ganz anders aussehen.

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