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Arbeiten in Corona-Krise : So zufrieden sind Unternehmen mit dem Homeoffice

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In den letzten Monaten verwandelten sich vielerorts Wohnzimmer und Küchen in Arbeitsplätze. Bild: dpa

Die pandemiebedingte Arbeit von zu Hause statt aus dem Büro hat einige Vorteile, Arbeitgeber sehen das in vielen Punkten ähnlich wie ihre Beschäftigten. Das Homeoffice hat aber auch so seine Tücken.

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          Das durch die Corona-Krise verstärkte Arbeiten von zu Hause bringt auch aus Sicht vieler Betriebsleitungen große Vorteile. Wie der Norddeutsche Unternehmensverband AGA auf Basis einer Befragung von 3500 Groß- und Außenhandels- sowie Dienstleistungsfirmen mitteilte, äußerten sich nicht nur etliche Mitarbeiter, sondern auch Unternehmer insgesamt zufrieden mit der Nutzung von Homeoffice-Regelungen. Es gibt der Umfrage zufolge aber auch einige Schattenseiten mobilen Arbeitens.

          84 Prozent der Teilnehmer betonten, dass nun ein „positiver Digitalisierungsschub“ einsetze, den es ohne die Virus-Krise so wahrscheinlich nicht gegeben hätte. 82 Prozent der befragten Unternehmer sind zudem überzeugt, dass sich Beruf und Familie ihrer Angestellten durch mobile Arbeit besser vereinbaren lassen. Die allgemeine Zufriedenheit der Beschäftigten halten 63 Prozent für höher als bei herkömmlicher Büropräsenz. Und 42 Prozent spüren generell eine zunehmende Effizienz durch die digitalen Verfahren.

          Andererseits sei es ein beträchtliches Manko, dass der direkte persönliche Austausch fehle (95 Prozent der Befragten). Und je 71 Prozent erklärten, die Aufarbeitung von Konflikten, die Abstimmung und die Ablenkung der Mitarbeiter zu Hause stellten Probleme dar.

          Nachteile für kleinere Betriebe

          Für kleine Unternehmen sei es zudem oft nicht so einfach, konkreten Nutzen aus Homeoffice-Modellen zu ziehen. Viele von ihnen wollten nach Corona auf das Vorkrisen-Niveau beim mobilen Arbeiten zurückkehren, hieß es. Anders bei Großunternehmen: Diese dürften das aktuelle Niveau häufig beibehalten oder sogar ausbauen, schätzt der Verband.

          Ein Beispiel ist etwa der hannoversche Autozulieferer Continental. Dessen Chef Elmar Degenhart hatte im Juni gesagt: „Wir glauben, dass in den nächsten Jahren wesentlich weniger geflogen wird und sich mehr über Videokonferenzen bewerkstelligen lässt.“ Der Homeoffice-Trend sei eine positive Entwicklung der Corona-Zeit, in der Digitalisierung geschäftlicher Prozesse stecke „das größte Produktivitätspotenzial der Industrie“ in den nächsten Jahren. Der Vorsitzende des Dax-Konzerns betonte, dabei müsse man aber das richtige Maß finden: „Der persönliche Kontakt darf nicht unterschätzt werden.“

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