https://www.faz.net/-gqe-af1ni

Kinderschutz : Eine gefährliche Kontroverse für Apple

„Was auf deinem iPhone passiert, bleibt auf deinem iPhone“ heißt es bei Apple. Bild: AFP

Apple führt die Privatsphäre gerne als Verkaufsargument an. Doch in dem schwierigen Balanceakt, Kinderschutz und Privatsphäre gleichermaßen zu gewährleisten, hat der Konzern eine Lösung gewählt, die ihn angreifbar macht.

          3 Min.

          Vor gut fünf Jahren lieferte sich Apple einen bemerkenswerten Streit mit der amerikanischen Regierung. Nach einem Terroranschlag in Kalifornien, bei dem 14 Personen erschossen wurden, stemmte sich der Elektronikkonzern gegen die Forderung der Bundespolizei FBI, das iPhone eines der Täter zu entsperren. Die Absichten der Regierung mögen ja gut sein, schrieb Vorstandschef Tim Cook damals in einem leidenschaftlich formulierten Brief. Aber hier werde von Apple verlangt, eine „Hintertür“ für seine Geräte zu entwickeln und damit seine eigenen Kunden zu hacken. Existierte eine solche Technologie aber einmal, könnte sie in die falschen Hände geraten und für andere Zwecke missbraucht werden. Und die Regierung könnte nach diesem „Bruch von Privatsphäre“ auch andere „Überwachungssoftware“ von Apple fordern.

          Die Kontroverse fand ein abruptes Ende, weil es der Regierung gelang, das iPhone ohne Apples Hilfe zu knacken. Erinnerungen daran werden aber heute wieder wach, denn einmal mehr steht der Konzern im Spannungsfeld zwischen Datenschutz und Verbrechensbekämpfung. Nur muss er sich jetzt die gleichen Fragen stellen lassen, die er im damaligen Streit selbst aufgeworfen hat. Es geht um neue Funktionen für Geräte wie das iPhone, mit denen die Verbreitung von Kinderpornografie gebremst werden soll. Das ist im Grundsatz natürlich ein sehr ehrenhaftes Vorhaben. Aber Apple baut damit in seine Produkte einen Mechanismus ein, der auch für Gruppen mit weniger guten Absichten wertvoll sein könnte, also zum Beispiel für autoritäre Regimes. Misst man den Konzern an seinen früheren Argumenten, dürfte es eine Technologie mit solchem Missbrauchspotential eigentlich nicht geben.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Haus auf den Lofoten: Dank ihres Staatsfonds können die Norweger im Alter beruhigt ihre schöne Natur genießen.

          Richtig Geld anlegen : Werden Sie reich wie ein Norweger!

          Dass man es auch ohne Eigenheim zu Wohlstand bringen kann, ist für viele Deutsche unvorstellbar. Wie es trotzdem möglich ist, zeigt der norwegische Staatsfonds.