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Apple und China : Der gute Tim Cook

  • -Aktualisiert am

Apple-Chef Tim Cook in Cupertino Bild: AFP

Der Apple-Chef legt die moralische Messlatte für sich selbst sehr hoch. Was es umso auffälliger macht, wie oft er sich in China dem Druck der Regierung beugt.

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          Auf seinem Twitter-Profil zitiert der Apple-Vorstandsvorsitzende Tim Cook einen berühmten Satz des Bürgerrechtlers Martin Luther King: „Die hartnäckigste und dringlichste Frage des Lebens heißt: Was tust Du für Andere?“ Und in seinen Twitter-Einträgen gibt sich Cook oft als Mann mit unumstößlichen Werten und Prinzipien, zum Beispiel wenn es um Themen wie Einwanderung, Klimaschutz oder Rechte von Minderheiten geht. Cook legt die moralische Messlatte für sich selbst sehr hoch. Was es umso auffälliger macht, wie oft er sich in China dem Druck der Regierung beugt, auch wenn dies seinen vermeintlichen Werten widerstrebt.

          Das Entfernen einer Smartphone-App, die Demonstranten in Hongkong Standorte von Polizisten anzeigt, ist das jüngste Beispiel. Auch in Amerika zeigt sich der Apple-Chef kompromissbereit. Bisweilen übt er zwar öffentliche Kritik am amerikanischen Präsidenten Donald Trump, etwa in der Klimapolitik, tut das aber angeblich mit vorheriger Abstimmung. Derweil sucht er die Nähe zum Präsidenten und hat es geschafft, bislang mit Apple weitgehend von Strafzöllen verschont zu bleiben. Cook ist ein kühl kalkulierender Diplomat. Als Vorstandschef eines Konzerns wie Apple ist ihm das womöglich auch nur begrenzt zu verübeln. Es lässt aber seine Gutmensch-Rhetorik reichlich hohl klingen.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

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