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Krankenkassen fordern : Krebs soll nur operieren, wer das gut kann

Moderner Operationssaal Bild: dpa

Zu viele Krankenhäuser in Deutschland nehmen nach Ansicht der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) Eingriffe vor, in denen sie nicht genug Erfahrung haben. Es gibt einen Plan, der das ändern könnte.

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          Ob es um eine Krebsoperation geht, eine Hüftprothese oder einen Herzinfarkt: Zu viele Krankenhäuser in Deutschland nehmen nach Ansicht der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) Eingriffe vor, in denen sie nicht genug Erfahrung haben.

          Britta Beeger

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Der AOK-Bundesverband fordert daher, die gut 2000 Kliniken müssten sich stärker spezialisieren, um die Behandlungsqualität und damit die Überlebenschancen der Patienten zu verbessern. Das sei „nötig und möglich“, heißt es in einer an diesem Montag von der Kasse vorgestellten Untersuchung. Nur in wenigen Regionen in Deutschland müssten Patienten dadurch längere Anfahrtswege in Kauf nehmen.

          „Verunsicherung der Patienten“

          Die Krankenhäuser sind ein häufiges Thema in der deutschen Gesundheitspolitik. Denn sie sind zwar einerseits ein Grundpfeiler in der Versorgung von Patienten, andererseits verursachen sie hohe Kosten, viele sind defizitär. In ihrem Koalitionsvertrag sprechen Union und SPD daher von einem „notwendigen Strukturwandel“.

          Ein eigens eingerichteter Fonds, aus dem Kliniken Umbaumaßnahmen und Stilllegungen finanzieren können, soll für weitere vier Jahre je 500 Millionen Euro aus Beitragsgeldern bekommen. Auch der neue Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat schon angekündigt, Krankenhäuser mit schlechter Qualität müssten früher oder später vom Netz.

          Dem Wissenschaftlichen Institut der AOK zufolge könnte etwa die Versorgung von Darmkrebspatienten durch eine Zentralisierung verbessert werden. Studien belegten bessere Langzeitüberlebensraten für Patienten, die in zertifizierten Zentren behandelt wurden. 2015 gab es demnach rund 44.000 Darmkrebsoperationen in mehr als 1000 Krankenhäusern. Ein Viertel davon nahm den Eingriff höchstens 17 Mal im Jahr vor, ein weiteres Viertel zwischen 18 und 33 Mal. Dürften nur noch zertifizierte Zentren diese Leistung erbringen oder würde eine Mindestmenge von 50 Darmkrebsoperationen im Jahr eingeführt, blieben bundesweit nur 385 Kliniken für Darmkrebsoperationen übrig.

          Der AOK-Bundesvorsitzende Martin Litsch sagte, es gehe „nicht vorrangig um die Frage, wie viele Kliniken es am Ende deutschlandweit geben wird“. Aber es würden deutlich weniger sein als heute. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft kritisierte, der AOK gehe es offensichtlich „um eine gezielte Diskreditierung der Krankenhausmedizin und um unverantwortliche Verunsicherung der Patienten“.

          Aus Abrechnungsdaten könnten keine Aussagen über die Qualität der Leistungen abgeleitet werden. Die Krankenhäuser hätten zudem die Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen selbst längst in Gang gebracht.

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