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F.A.S. Exklusiv : Befristete Arbeitsverträge kommen aus der Mode

Befristung im öffentlichen Dienst: Eine Angestellte mit Zeitvertrag sortiert Wahlbriefe. Bild: dpa

Deutschland ärgert sich über Zeitverträge. Doch davon gibt es nicht mehr viele. Ihr Anteil liegt so niedrig wie seit zwanzig Jahren nicht. Forscher halten das für einen doppelten Erfolg.

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          Der Anteil befristeter Arbeitsverträge in Deutschland liegt so niedrig wie seit zwanzig Jahren nicht. Im vergangenen Jahr hatten 12,5 Prozent aller Angestellten und Beamten einen Zeitvertrag – so hat es das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes errechnet. Im Jahr 2005 waren noch 14,6 Prozent der Stellen befristet, weniger als im vergangenen Jahr waren es zuletzt 1997.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          „Ich war selbst überrascht: Die Befristungen bleiben seit den Achtziger Jahren in einem engen Korridor und sind jetzt sogar rückläufig“, sagte DIW-Forscher Markus Grabka der F.A.S. „Da wird auf hohem Niveau gejammert.“

          Weil befristete Arbeitsverträge so unbeliebt sind, hat Arbeitsminister Hubertus Heil von der SPD für dieses Jahr einen Gesetzentwurf zur Bekämpfung sachgrundloser Befristungen angekündigt. Der steht allerdings noch aus. Möglicherweise hat er zur Zeit, da sich die SPD neu sortiert, nicht oberste Priorität.

          Viele Berufseinsteiger haben trotzdem einen Zeitvertrag

          Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigen allerdings, dass manche Deutsche am Anfang ihrer Karriere einen befristeten Vertrag haben. Auch deren Anteil sinkt, mehr als ein Drittel der Berufseinsteiger wird aber noch befristet beschäftigt. Das kann geschehen, weil inzwischen Elternzeiten in Mode sind. In solchen Situationen wird zur Vertretung oft eine befristete Stelle geschaffen. Die geht an Berufseinsteiger, die oft die nächste unbefristete Stelle im Unternehmen bekommen – so dass der nächste Berufseinsteiger wieder als Elternzeit-Vertretung anfängt.

          Jede neue Regelung zu Auszeiten von der Arbeit – sei es das Recht, aus Vollzeit auf Teilzeit und zurück zu wechseln, oder seien es Pflegezeiten, verstärkt diesen Druck zu befristeten Arbeitsverträgen noch.

          Auf der anderen Seite steht allerdings, dass junge Mitarbeiter sich immer bessere Arbeitsbedingungen erstreiten und auf befristete Angebote verzichten können. „Weil die Frauenerwerbstätigkeit zugenommen hat und mehr Arbeitnehmer in Elternzeit gehen, hätte das Phänomen der Befristungen wachsen können“, sagt Grabka. „Also kann man diesen Rückgang als doppelten Erfolg verbuchen.“

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