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Die Grünen und die Wirtschaft : Da blüht was

Lange galt Winfried Kretschmann (r.) als der einzige Spitzenpolitiker der Grünen ohne Scheu vor Gesprächen mit Wirtschaftsvertretern, hier 2018 mit Dieter Zetsche. Bild: dpa

Einst trennten die Wirtschaft und die Grünen Welten. Heute ist eine schwarz-grüne Bundesregierung selbst für die Industrie kein Schreckgespenst mehr. Doch die neue Liebe könnte auch schnell wieder verfliegen.

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          Es war nicht gerade ein Heimspiel, das Grünen-Chefin Annalena Baerbock am Dienstag in Berlin vor sich hatte. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hatte zu seinem jährlichen „Tag der deutschen Industrie“ eingeladen, einer Veranstaltung, bei der traditionell vor allem die Redner der FDP mit Applaus bedacht werden. Doch obwohl Baerbock an diesem schwül-heißen Sommertag die letzte Rednerin war, obwohl es wahrlich schönere Orte gibt als das staubige Funkhaus weit draußen im Berliner Osten, wo noch der Putz der DDR von den Wänden rieselt – die Reihen waren immer noch gut gefüllt, als Baerbock schließlich die Bühne betrat.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Sie berichtete dem Publikum von ihrem Besuch kürzlich bei Thyssen-Krupp, wo sie sich einen klimaneutralen Hochofen angeschaut hatte; schwärmte leidenschaftlich von Europa, das zwischen dem Finanzkapitalismus der Amerikaner und dem Staatskapitalismus der Chinesen einen eigenen, europäischen Weg finden müsse. Und sie riet, beim Thema Künstliche Intelligenz nicht den gleichen Fehler zu machen wie beim Aufbau des 5G-Netzes, wo es ohne chinesische Technik – Stichwort Huawei – nicht gehe.

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