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Werner Mussler (wmu.)

Angst vor Staatsbankrotten : Almunias Gerede

Was reitet EU-Währungskommissar Almunia, in den Chor der Schwadronierer einzustimmen, die die „Lösung“ zur Abwendung des Staatsbankrotts einzelner EU-Staaten zu kennen scheinen? Falls der Staatsbankrott noch in weiter Ferne liegt, ist Almunias Gerede jedenfalls unverantwortliches Geschwätz.

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          Was reitet EU-Währungskommissar Joaquín Almunia, in den Chor der Schwadronierer einzustimmen, die die „Lösung“ zu kennen scheinen, um den Staatsbankrott einzelner Euro-Staaten abzuwenden? Reicht es nicht, dass schon Finanzminister Peer Steinbrück und andere solche Rettungsaktionen öffentlich beschworen haben? Hat Almunia bereits einen Rettungsplan für Griechenland oder Irland im Schreibtisch liegen?

          Dass sich die Verantwortlichen im Euro-Raum für den – bislang hypothetischen – Fall der Fälle Gedanken machen, ist ja richtig. Unverständlich ist aber: Der Kommissar warnt davor, öffentlich darüber zu reden – und tut genau dies.

          Lachhafte Begründung

          Die schon von Steinbrück zu hörende Begründung, damit ließen sich die Märkte beruhigen, ist lachhaft. Almunias Gerede lädt zu zwei Interpretationen ein. Entweder ist der Ernstfall weit entfernt, und die Brüsseler Rettungspläne sind bloße Gedankenspiele. Dann sind die Äußerungen des Kommissars unverantwortliches Geschwätz, das nicht nur an die Märkte, sondern auch an die betroffenen Regierungen die falschen Signale aussendet.

          Oder der Ernstfall ist sehr nahe. Für den Euro und den deutschen Steuerzahler wäre die zweite Interpretation noch bitterer.

          Werner Mussler
          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

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