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Angriff auf Stratfor : Anonymous hackt Website von Sicherheitsfirma

  • Aktualisiert am
Aktivisten der Hackergruppe „Anonymous” zeigen sich gerne maskiert
          2 Min.

          Die Hacker-Organisation Anonymous hat nach eigenen Angaben sensible Daten wie Email-Adressen und Kreditkartennummern von tausenden Kunden der US-Sicherheitsfirma Stratfor geknackt. Die Gruppe veröffentlichte im Kurznachrichtendienst Twitter einen Link zu einer angeblichen Liste von Stratfor-Kunden.

          Unter den Kunden, deren Daten veröffentlicht wurden, sollen sich nach Angaben der Hacker das US-Verteidigungsministerium, die US-Armee, die US-Luftwaffe und Technologie-Giganten wie Apple und Microsoft befinden. Ein mutmaßlicher Anonymous-Hacker vermeldete über Twitter, die Zugangsdaten für 90.000 Kreditkarten seien geknackt worden. Damit sei es möglich gewesen, von diesen Karten unfreiwillige Spenden im Gesamtumfang von mehr als einer Million Dollar abzubuchen. Unter den genannten Beispielen war eine 494-Dollar-Spende an die Hilfsorganisation CARE von Seiten des US-Verteidigungsministeriums und eine 180-Dollar-Spende von einem Mitarbeiter des Heimatschutz-Ministeriums an das Rote Kreuz. In einer anderen Twitter-Mitteilung war dagegen lediglich von 4000 geknackten Kreditkarten, Passwörtern und Privatadressen die Rede. Die Stratfor-Daten waren laut Anonymous leicht zugänglich, weil sie nicht verschlüsselt waren.

          Stratfor räumt Datenleck ein

          Stratfor bestätigte dem amerikanischen Sender CNN den Angrif: „Am 24. Dezember haben Unbefugte personenbezogene Daten und dazugehörige Kreditkartendaten von einigen unserer Kunden offengelegt. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich bei den von den Hackern veröffentlichten Daten „um eine Liste von einigen unserer Mitglieder, die unsere Veröffentlichungen gekauft haben“.

          Stratfor teilte zudem mit, die Server und Email-Accounts seien nach Bekanntwerden des Vorfalls umgehend blockiert worden. Das Unternehmen habe eine private Sicherheitsfirma engagiert und arbeite eng mit den zuständigen Behörden zusammen, um die Verantwortlichen dingfest zu machen, erklärte Unternehmenschef George Friedman in einer Email. Er entschuldigte sich zugleich für den „bedauerlichen Vorfall“. Die Kunden sollten nun auch eigene Sicherheitsvorkehrungen treffen und etwa ihre Banken über verdächtige Kreditkarten-Überweisungen informieren, erklärte Stratfor.

          Bekannt durch Angriffe auf Paypal und Visa

          Anonymous war mit Online-Angriffen auf Gegner der Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks bekannt geworden. Die Hacker hatten Angriffe gegen das Kreditkartenunternehmen Visa und den Internet-Bezahldienstleister Paypal gestartet, die nach der Veröffentlichung von geheimen US-Diplomatendepeschen Zahlungen an Wikileaks eingestellt hatten. Die Gruppe soll auch hinter zahlreichen weiteren Hackerangriffen stehen, so etwa dem Angriff auf die Internetseiten des syrischen Verteidigungsministeriums aus Protest gegen die blutige Niederschlagung der Demokratiebewegung in dem Land.


          Stratfor bietet Analysen über internationale Sicherheitsbedrohungen an. Zu den Kunden des Unternehmens sollen das amerikanische Verteidigungsministerium und die US-Luftwaffe gehören, ebenso Polizeibehörden, Medienhäuser und internationale Unternehmen wie der Computerhersteller Apple.

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