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Angola-Affäre : Untreue-Verdacht gegen die KfW

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Isabel dos Santos hat auch die Beziehungen ihres Vaters, des ehemaligen angolanischen Präsidenten Jose Eduardo dos Santos, genutzt. Bild: Reuters

Die angolanische Wirtschaftsmanagerin Isabel dos Santos steht im Mittelpunkt eines Korruptionsgeflechts. Nun hat die Staatsanwaltschaft auch Räume der Ipex-Bank durchsucht, die zur staatlichen deutschen Förderbank KfW gehört.

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          Die staatliche Förderbank KfW ist wegen eines Kredites an ein Unternehmen in Angola ins Visier der deutschen Ermittler geraten. Polizei und Staatsanwaltschaft hätten Geschäftsräume der KfW-Tochter Ipex-Bank durchsucht, erklärte das Institut am Freitag und bestätigte damit entsprechende Berichte von NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“.

          Die Förderbank kooperiere mit den Behörden, wolle sich zu Details wegen der laufenden Ermittlungen aber nicht äußern. Den Medien zufolge wird gegen die KfW unter anderem wegen des Verdachts der Untreue ermittelt.

          In dem Fall geht es um einen Kredit der Ipex-Bank zur Finanzierung des Exports von Brauerei- und Getränkeanlagen nach Angola 2005. Das Institut lieh der staatseigenen angolanischen Bank Banco de Poupanca e Credito 50 Millionen Euro, die wiederum der Brauerei Sodiba ein Darlehen gewährte. Den Medienberichten zufolge hat Angolas Präsident der Brauerei Steuervorteile zugesichert, von denen am Ende seine Tochter, Isabel dos Santos, profitiert haben soll.

          Die KfW hatte nach Bekanntwerden des Vorgangs vor ein paar Monaten erklärt, nichts von den Vorwürfen gegen die Präsidentenfamilie und insbesondere Präsidententochter Isabel dos Santos gewusst zu haben und sich auf die Compliance-Prüfung der angolanischen Partnerbank verlassen zu haben.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte im Februar zugesichert, Angola bei der Aufklärung von Korruption zu helfen. Der Kampf gegen betrügerische Machenschaften sei wichtig für künftige Investitionen in dem südwestafrikanischen Land.

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