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Anglo Irish : Die irischen Bankster

Die Authentizität der nun veröffentlichten Tonaufnahmen dreister irischer Banker erreicht eine Sprengkraft, die dickleibige Untersuchungsberichte niemals erreichen könnten. Doch genau das macht die neuen Enthüllungen so gefährlich.

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          Die Schockwellen der Empörung gehen um die Welt, seit eine irische Zeitung jetzt interne Telefongespräche zwischen Mitarbeitern der gescheiterten Anglo Irish Bank veröffentlichte. Inhalt, Wortwahl und Tonlage der Unterhaltungen sind ein Skandal.

          Die Kaltschnäuzigkeit der „Bankster“, ihre atemberaubend vulgäre Sprache und ihre dummdreisten Erpressungsversuche gegenüber handzahmen Aufsichtsbehörden - jeder kann all das nun mit eigenen Ohren hören, und viele sehen ihre schlimmsten Befürchtungen über die Auswüchse im Finanzgeschäft bestätigt.

          Nur scheibchenweise

          Die Authentizität solcher Tonaufnahmen erreicht eine Sprengkraft und Breitenwirkung, die dickleibige Untersuchungsberichte niemals erreichen können. Das macht die neuen Enthüllungen so gefährlich. Sie drohen den Zusammenhalt und die Akzeptanz der Europäischen Währungsunion weiter zu schwächen.

          Das gilt umso mehr, als durch die Enthüllungen auch der Umgang Irlands mit dem monströsen Skandal um die Anglo Irish Bank fraglich erscheint: Selbst fünf Jahre nach der Finanzkernschmelze in Dublin kommt die ganze Wahrheit nur scheibchenweise ans Licht. Ein glaubwürdiger Neuanfang sieht anders aus.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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