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Anglo Irish Bank : Ein Märchen

Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise haben die Banker der „Anglo Irish Bank“ über Politiker, Aufseher und ausländische Investoren gewitzelt. Eine Abrechnung mit überheblichen Bengeln.

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          Man nehme einen Sack und stecke hinein: Erstens das ehemalige Management der Anglo Irish Bank und jene Mitarbeiter, die sich auf nun veröffentlichten Tonbändern aufführen wie überhebliche Bengel.

          Zweitens Geldgeber aller Art wie Aktionäre, Anleihezeichner und Einleger aus dem In- und Ausland, die dieser sogenannten Bank noch nach Ausbruch der Krise Geld anvertraut haben.

          Drittens die damals in Dublin Verantwortlichen in Regierung, Aufsicht und Zentralbank, die dem Treiben viel zu lange zugesehen haben - gleichgültig, ob sie das Debakel nicht sehen wollten oder nicht sehen konnten.

          Viertens die Verantwortlichen in europäischen Institutionen, die erst zusahen, wie sich der irische Staat an seinen Banken überhob und dann die Europäische Zentralbank auf eine Weise agieren ließen, die sich wohl mehr als nur an der Grenze zur monetären Staatsfinanzierung befindet. Auf den mit diesen Personen gefüllten Sack schlage man solange mit dem Knüppel ein, bis das Wehgeschrei unerträglich wird. Danach nehmen sich alle Entscheidungsträger in Europa an der Hand und sichern den Bürgern zu, dass sie ein Debakel wie jenes der Anglo Irish Bank nie mehr zulassen werden.

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

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