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Hoch verschuldet : Die Armut des Milliardärs Ambani

Pleite oder nicht? Vor einem chinesischen Gericht gibt Milliardär Ambani an, eine Strafe von 100 Millionen Dollar nicht zahlen zu können. Bild: Reuters

Nun, wo chinesische Banken ihr Geld von ihm fordern, erscheint einer der reichsten Geschäftsleute Indiens innerhalb von acht Jahren verarmt – doch man glaubt ihm nicht. Kann ihm seine milliardenschwere Verwandtschaft helfen?

          3 Min.

          Man kannte Anil Dhirubhai Ambani als einen der Reichsten Asiens, als frommen Hindu, als streitlustig, als es um das Aufteilen des milliardenschweren Erbes seines Vaters gegangen war. Nun gibt er eine neue Rolle: Der Multimilliardär sitzt auf dem Trockenen, ist verarmt. „Der Wert meiner Investitionen ist kollabiert“, lässt der Inder einem Gericht in London ausrichten. Das war darauf aus, knapp 700 Millionen Dollar einzutreiben, die Ambani chinesischen Banken schuldet. 2012 hatten sie Ambanis Reliance Communications einen Kredit von 925 Millionen Dollar zugeteilt, erklärten sie. Bedingung: Der Milliardär stehe mit seinem Privatvermögen für das Geld ein.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Ein Richter in London ordnete nun an, Ambani solle noch vor einem Urteilsspruch innerhalb von sechs Wochen 100 Millionen Dollar auf ein Konto einzahlen – der aber will dagegen seine Anwälte in Berufung schicken: „Mein Privatbesitz liegt bei null, zieht man meine Verpflichtungen ab. Unter dem Strich habe ich keine Anlage von Bedeutung, die nun zu Geld gemacht werden könnte, um die Forderungen zu begleichen“, lässt der Mann aus Bombay ausrichten. Seine Anwälte werden etwas genauer: „2012 lag der Wert von Herrn Ambanis Investitionen bei mehr als 7 Milliarden Dollar. Nun beträgt er 89 Millionen Dollar, und netto liegt er bei null, rechnet man seine Verpflichtungen dagegen. Ganz einfach ausgedrückt, war er ein wohlhabender Geschäftsmann, ist es aber nicht mehr.“ Schuld daran seien nicht etwa Fehler ihres Mandanten, sondern „eine Folge desaströser Ereignisse auf dem indischen Telekommunikationsmarkt“.

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