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Trumps Politik : Das amerikanische Wirtschaftswunder

Selbstbezogen und selbstzufrieden: Donald Trump (hier bei einem Football-Match am 8. Januar 2018, während die Nationalhymne gesungen wird). Bild: AFP

Anders als von vielen erwartet geht es der Wirtschaft in Amerika heute ziemlich gut. Davon profitiert auch der einfache Arbeiter. Wie stabil ist das wohl alles?

          Die Meldungen vom Untergang der amerikanischen Volkswirtschaft waren verfrüht. Seit dem 20. Januar 2017 regiert Donald Trump. Das hat die Wirtschaft nicht ruiniert. Im Gegenteil: Sie blüht. Mit Wachstumsraten von über drei Prozent in den letzten beiden Quartalen stechen die Vereinigten Staaten viele Industrienationen aus. Der Arbeitsmarkt ist leergefegt, die Industrie nennt die Rekrutierung von geeignetem Personal die größte Herausforderung im Alltagsgeschäft. Verharrte die Arbeitslosigkeit im letzten Regierungsjahr von Barack Obama bei 4,8 Prozent, sank sie im ersten Trump-Jahr weiter auf 4,1 Prozent. Nur im Internetboom der Jahrtausendwende war der Anteil der Arbeitslosen zuletzt so niedrig wie heute.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Langsam spüren ganz normale Leute den Aufschwung im Portemonnaie. Eingefrorene Löhne plagten die Amerikaner seit beinahe 20 Jahren und hatten jenen Missmut befeuert, der Donald Trump ins Weiße Haus katapultierte. Inzwischen jedoch nahm ein kleines Wirtschaftswunder seinen Verlauf: In den ersten drei Quartalen 2017 schossen vor allem die Löhne von Fabrikarbeitern, Fahrern, Bergleuten und Leuten vom Bau nach oben. Sie überflügelten sogar Büroangestellte und Manager mit Löhnen, die um bis zu vier Prozent höher lagen als im Jahr davor. Trump, dessen Rhetorik stets auf den vergessenen Arbeiter zielte, erlaubt selbstredend keinen Zweifel: Dieser Aufschwung sei seiner. Auch die Börsenkurse, die von einem Hoch zum nächsten triumphieren, reagierten auf nichts anderes als auf seine Politik, hält Trump sich doch für ein „stabiles Genie“.

          Bombastischen Ankündigungen verschreckten

          Tatsächlich hat Donald Trumps Wahl einen Stimmungsumschwung unter Unternehmern, Managern und Konsumenten ausgelöst, den wenige kommen sahen, als der Immobilienunternehmer und TV-Unterhalter die Regierungsgeschäfte vor einem Jahr übernahm. Seine bombastischen Ankündigungen, China und Mexiko mit hohen Zöllen zu bestrafen, verschreckte eher Unternehmensführer internationaler Konzerne.

          Doch schon damals sagte der Deutsche-Bank-Chefökonom David Folkerts-Landau, die mit Trump verbundene Unsicherheit sei immer noch besser als jenes drückende Mittelmaß der letzten Obama-Jahre. Die Deutsche Bank rechnete damals aus, das Amerikas Wirtschaft 2018 doppelt so schnell wie im letzten Obama-Jahr mit seinen mageren 1,6 Prozent wachsen könnte. Ganz ausgeschlossen scheint das nicht mehr, nachdem sich das Wachstum 2017 deutlich beschleunigt hat. „Wir halten ein Plus von bis zu 3 Prozent in 2018 immer noch für möglich“, sagt Deutsche-Bank-Volkswirt Torsten Sløk heute.

          Die schlechte Nachricht für Trump lautet allerdings, dass ein Aufschwung stets viele Väter und Mütter hat, der Präsident mithin keine Exklusivität beanspruchen kann. Nachdem Republikaner in beiden Kammern des Kongresses die Mehrheit erreichten, hatten viele Unternehmer und Bürger eine Steuerentlastung mental ohnehin eingebucht. Doch Trump hat zweifelsohne das Kernanliegen der Republikanischen Partei mit Macht gestützt.

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