https://www.faz.net/-gqe-8x8hw

Anästhesisten warnen : Pillen-Engpass

  • -Aktualisiert am

Das Opiat Remifentanil ist für ambulante Operationen sehr wichtig, kann derzeit aber kaum geliefert werden. Über die Gründe schweigen die Hersteller. Wer aber nicht transparent informiert, darf sich nicht über Vertrauensverlust beschweren. Ein Kommentar.

          1 Min.

          Jeder Kranke weiß, dass der Apotheker nicht jede Pille vorrätig hat. Oft muss er den Großhändler fragen. Auch dort tun sich Lücken auf. Lieferengpässe häufen sich. Nicht jeder Lieferengpass führt zu einem Behandlungsengpass – Ärzte und Apotheker haben oft Alternativen. Aber keine Regel ohne Ausnahme: Das Opiat Remifentanil, das Anästhesisten für ambulante Operationen gerne auch bei Kindern einsetzen, gehört dazu. Seit Wochen gibt es Engpässe. Die Industrie liefert, wenn überhaupt, nur Teilmengen.

          Warum das so ist, bleibt unklar. Hersteller schweigen, Gerüchte brodeln. Sind Verunreinigungen der Grund? Erst Ende 2016 hatte die Explosion in einem chinesischen Werk dafür gesorgt, dass es ein Antibiotikum nicht mehr gab. Wird der deutsche Markt gar knapp gehalten, weil es anderswo mehr Geld für das Präparat gibt?

          Wer nicht transparent informiert, darf sich nicht über Vertrauensverlust beschweren. Das gilt dann auch für womöglich berechtigte Forderungen nach weniger Schärfe bei Rabattverträgen, welche die Kassen mit der Industrie vereinbaren. Dieser Wettbewerb drückt zwar die Preise, senkt aber die Zahl der Hersteller und vertreibt die übrigen nach Asien.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Wien.

          Folgen:

          Weitere Themen

          NRA beantragt Gläubigerschutz Video-Seite öffnen

          Waffenlobby : NRA beantragt Gläubigerschutz

          Die einflussreiche Waffenlobbyorganisation National Rifle Association geht in den Konkurs. Damit will die NRA nach eigenen Angaben einem drohenden Auflösungsverfahren durch die Staatsanwaltschaft an ihrem Sitz in New York entgehen

          Topmeldungen

          Pläne der Bahn : Zugfahren nur noch mit FFP2-Maske?

          Die Deutsche Bahn denkt über eine FFP2-Maskenpflicht in sämtlichen Regional- und Fernzügen nach. Das würde einen Bedarf von Millionen Masken täglich bedeuten. Und es gibt noch weitere Probleme.
          Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank

          F.A.Z. Exklusiv : Die Deutsche Bank ruft nach mehr Industriepolitik

          Das Frankfurter Geldhaus sieht die gemeinsamen Corona-Hilfskredite von KfW und Geschäftsbanken als Erfolgsmodell. So sollte nun auch die Transformation der Wirtschaft in Bereichen wie Verkehr und Künstlicher Intelligenz finanziert werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.