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Anästhesisten warnen : Pillen-Engpass

  • -Aktualisiert am

Das Opiat Remifentanil ist für ambulante Operationen sehr wichtig, kann derzeit aber kaum geliefert werden. Über die Gründe schweigen die Hersteller. Wer aber nicht transparent informiert, darf sich nicht über Vertrauensverlust beschweren. Ein Kommentar.

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          Jeder Kranke weiß, dass der Apotheker nicht jede Pille vorrätig hat. Oft muss er den Großhändler fragen. Auch dort tun sich Lücken auf. Lieferengpässe häufen sich. Nicht jeder Lieferengpass führt zu einem Behandlungsengpass – Ärzte und Apotheker haben oft Alternativen. Aber keine Regel ohne Ausnahme: Das Opiat Remifentanil, das Anästhesisten für ambulante Operationen gerne auch bei Kindern einsetzen, gehört dazu. Seit Wochen gibt es Engpässe. Die Industrie liefert, wenn überhaupt, nur Teilmengen.

          Warum das so ist, bleibt unklar. Hersteller schweigen, Gerüchte brodeln. Sind Verunreinigungen der Grund? Erst Ende 2016 hatte die Explosion in einem chinesischen Werk dafür gesorgt, dass es ein Antibiotikum nicht mehr gab. Wird der deutsche Markt gar knapp gehalten, weil es anderswo mehr Geld für das Präparat gibt?

          Wer nicht transparent informiert, darf sich nicht über Vertrauensverlust beschweren. Das gilt dann auch für womöglich berechtigte Forderungen nach weniger Schärfe bei Rabattverträgen, welche die Kassen mit der Industrie vereinbaren. Dieser Wettbewerb drückt zwar die Preise, senkt aber die Zahl der Hersteller und vertreibt die übrigen nach Asien.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Wien.

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