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An ICE-3-Zügen : Bahn will 1200 Achsen auswechseln

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Das wird teuer: Rund 1200 Achsen werden ausgetauscht Bild: AP

Letztes Jahr hat das Entgleisen eines ICE in Köln für Chaos im Fernverkehr gesorgt. Jetzt hat sich die Bahn mit den Herstellern über die Umrüstung der gesamten ICE-3-Flotte geeinigt. Alle 1200 Antriebswellen der ICE-3-Flotte werden ausgetauscht.

          Das Achsen-Debakel der Deutschen Bahn, das im Vorjahr zu einem Chaos im Fernverkehr führte, soll mit einer radikalen Lösung beseitigt werden. Alle 1200 Antriebswellen der ICE-3-Flotte, die bisher 67 Züge umfasst, werden ausgetauscht. Die Bahn teilte am Montag in Berlin mit, sie habe sich mit den Herstellerfirmen Siemens und Bombardier auf eine gemeinsame Lösung verständigt.

          Über die finanziellen Details wollte die Bahn nichts sagen, weil darüber Stillschweigen vereinbart worden sei. Doch wie zu hören ist, wird offenbar die Industrie die reinen Ersatzteil-kosten übernehmen, die sich für die 1200 Achsen auf etwa 84 Millionen Euro belaufen. Hinzu kommen indes Kosten für die Erprobung und die Zulassung durch das Eisenbahn-Bundesamt. Man hofft, dass die neuen Achsen bis Ende 2010 von der Aufsichtsbehörde genehmigt sind und dann 2011 eingebaut werden können. Wenn die Kostenschätzung für die Industrie stimmt, dann liegt sie erheblich unter dem Aufwand, den bisher die Bahn für ihre verkürzten Prüfintervalle der Achsen sowie für die anderen Kosten des Debakels genannt hat. Diesen Betrag bezifferte sie jüngst auf 350 Millionen Euro.

          Vor über einem Jahr, im Juli 2008, war wegen des Bruchs eines Radsatzes ein Zug in Köln entgleist. Glücklicherweise geschah dies mit niedriger Geschwindigkeit, so dass niemand zu Schaden kam. Danach entdeckte man weitere Risse in den stählernen Radscheiben. Die Bahn musste daher viel häufigere Kontrollen machen. Ursprünglich war ein Intervall von 300.000 Kilometern vorgesehen, doch nun müssen die Räder - je nach Werkstoff - entweder schon alle 30.000 oder alle 60.000 Kilometer in die Werkstatt, um eine Ultraschalluntersuchung vorzunehmen. Bahn-Chef Rüdiger Grube zeigte sich daher erleichtert über die Einigung mit der Industrie.

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