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Amtsgericht Ulm : Schlecker beantragt offiziell Insolvenz

  • Aktualisiert am

Schlecker versucht, einen großen Teil des Filialnetzes und der Mitarbeiter zu erhalten. Bild: dpa

Die Drogeriemarktkette Schlecker hat nun offiziell einen Insolvenzantrag eingereicht. Auch der Insolvenzverwalter steht inzwischen fest - er hat derzeit schon einen prominenten Fall zu betreuen.

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          Die Drogeriekette Schlecker hat am Montagmorgen Planinsolvenz beim Amtsgericht Ulm beantragt. Konkret betrifft dies die Anton Schlecker e. K., die Schlecker Homeshopping GmbH und die Schlecker XL GmbH, das Auslandsgeschäft der Drogeriekette ist nicht betroffen, auch die Tochtergesellschaft IhrPlatz ist außen vor. Schlecker hatte am Freitag angekündigt, eine Planinsolvenz anzustreben, um sich in Eigenregie zu sanieren. Neben dem Insolvenzantrag soll dazu gleichzeitig ein Sanierungskonzept vorgelegt werden. Ein Insolvenzverwalter berät dabei eher, die Geschäftsführung bleibt im Amt. Unklar ist allerdings, ob das Gericht der Planinsolvenz tatsächlich zustimmt.

          Die großen Drei im Vergleich: Schlecker leistet sich rund viermal so viel Filialen wie die Konkurrenz

          Mittlerweile steht auch fest, wer der Insolvenzverwalter für Schlecker wird. Das Amtsgericht Ulm beauftragte den Wirtschaftsprüfer Arndt Geiwitz aus Neu-Ulm. Geiwitz sei ein „sehr guter Insolvenzverwalter“, der schon viele Verfahren betreut habe, sagte der zuständige Richter Benjamin Webel am Montag. Die Wirtschaftsprüfergesellschaft Schneider, Geiwitz & Partner verwaltet
          auch die Insolvenz des Druckmaschinenherstellers Manroland. Einem Gerichtssprecher zufolge muss Geiwitz jetzt eine Bestandsaufnahme machen, „was an Schulden und Aktiva da ist“. Anschließend werde er dem Gericht berichten. Dann entscheide das Gericht über die weiteren Schritte.

          Trotz vieler Filialen sank der Umsatz von Schlecker

          Filialnetz soll möglichst erhalten bleiben

          Schlecker ist mit etwas mehr als 7000 Märkten und etwa 30.000 Mitarbeitern im Inland die größte Drogeriekette Deutschlands. Ein Sprecher erklärte, das Unternehmen wolle einen großen Teil des Filialnetzes und der Mitarbeiter erhalten.

          Der Drogerieriese hatte zuletzt weit mehr als 1000 Filialen geschlossen und mit sinkenden Umsätzen und Verlusten zu kämpfen. Parallel zum Antrag ist die Familie Schlecker, die das Unternehmen führt, in Gesprächen mit den Gläubigern. Vor allem eine geplatzte Zwischenfinanzierung für eine Handelskooperation hatte zu dem Schritt geführt.

          Verdi will „das Beste herausholen“

          Die Dienstleistungsgwerkschaft Verdi will zunächst einmal klären, wie die von Schlecker bevorzugte Planinsolvenz mit Einbeziehung des bisherigen Managements ablaufen soll. „Wir sind da in der juristischen Prüfung“, sagte eine Sprecherin. Verdi wolle sich in das Verfahren einbringen und „das Beste für die Schlecker-Beschäftigten“ herausholen.

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