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Folgen der Corona-Krise : Amerikas Wirtschaftsleistung schrumpft um fast 5 Prozent

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Schlangen vor einem Arbeitsamt in Salt Lake City: Infolge der Pandemie haben viele Amerikaner ihre Stelle verloren. Bild: dpa

Das Bruttoinlandsprodukt der größten Volkswirtschaft der Welt verringert sich dramatisch. Und die nächsten Zahlen dürften noch schlimmer ausfallen.

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          Das Bruttoinlandsprodukt der größten Volkswirtschaft der Welt ist infolge der Corona-Pandemie stark geschrumpft: Von Januar bis einschließlich März ging die Wirtschaftsleistung der Vereinigten Staaten auf das Jahr hochgerechnet im Vergleich zum Vorquartal um 4,8 Prozent zurück, wie das Handelsministerium in Washington gerade mitteilte.

          Im vierten Quartal 2019 war die amerikanische Wirtschaftsleistung noch mit mehr als 2 Prozent gewachsen. Inzwischen warnen Fachleute davor, dass dem Land er stärkste Wachstumseinbruch seit der Weltwirtschaftskrise vor fast 100 Jahren droht.

          Die Pandemie hatte sich in den Vereinigten Staaten ab März zugespitzt. Ab Mitte des Monats begannen viele Bundesstaaten, für die Wirtschaft verheerende Ausgangsbeschränkungen zu verhängen. Seither haben mehr als 26 Millionen Menschen Arbeitslosenhilfe beantragt. Ökonomen erwarten, dass die Arbeitslosenquote inzwischen ungefähr 15 Prozent betragen dürfte.

          Billionenschwere Hilfsprogramme

          Die Regierung wiederum befürchtet für das zweite Jahresviertel einen noch dramatischeren Wirtschaftseinbruch – womöglich sogar ein Schrumpfen um bis zu 30 Prozent. Die nun veröffentlichten Daten sind die erste Schätzung des Wirtschaftswachstums, der Wert könnte daher Ende Mai oder Ende Juni noch korrigiert werden.

          In Amerika werden Wachstumszahlen für die Quartale stets auf das Jahr hochgerechnet. Sie geben damit an, wie sich die Wirtschaft entwickeln würde, wenn das Wachstumstempo ein Jahr lang andauerte. In Europa wird auf diese Methode verzichtet, weshalb die Zahlen nicht unmittelbar miteinander vergleichbar sind.

          Einzelne amerikanische Bundesstaaten beginnen schon damit, einige Corona-Beschränkungen zu lockern. Der amerikanische Präsident Donald Trump hofft darauf, dass sich die Wirtschaft rasch erholt im dritten und vierten Quartal. Die meisten Analysten erwarten jedoch für dieses Jahr eine schwere Rezession, in dem Trump wiedergewählt werden möchte.

          Der Kongress und Regierung haben wegen der Pandemie bereits
          Konjunkturpakete in Höhe von rund 2,7 Billionen Dollar auf den Weg gebracht. Die Notenbank Federal Reserve (Fed) wiederum hat ihren Leitzins bereits auf fast Null gesenkt und Notprogramme in Höhe von mehreren Billionen Dollar aufgelegt, um Finanzmärkte und Wirtschaft zu stabilisieren. Zentralbankchef Jerome Powell wollte sich am Mittwoch nach einem Treffen des Geldmarktausschusses zur wirtschaftlichen Lage äußern.

          In den Vereinigten Staaten haben sich Daten der Universität Johns Hopkins zufolge bislang rund eine Million Menschen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Mehr als 58.000 Menschen sind gestorben.

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