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Zölle auf mexikanische Waren : Amerikas Wirtschaft schlägt Alarm

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Lastwagen passieren in Juarez die Grenze zwischen Amerika und Mexiko: Dieser Handel könnten durch Trumps Zölle an Schwung verlieren. Bild: AFP

Donald Trump will neue Zölle auf mexikanische Waren verhängen. Die Wirtschaft warnt eindringlich vor dieser Maßnahme. Auch die Notenbank Fed gerät unter Druck.

          In den Vereinigten Staaten haben Wirtschaftsverbände die von Präsident Donald Trump angekündigte Erhöhung der Zölle auf mexikanische Importe scharf kritisiert. Branchenverbände warnten, die Zölle würden sich negativ auf Geschäfte und Verbraucher in den Vereinigten Staaten auswirken, die schon unter den Auswirkungen des Handelsstreits mit China leiden.

          Die einflussreiche amerikanische Handelskammer sucht nach Wegen, das Vorhaben zu stoppen. „Wir haben keine andere Wahl, als jede Option zu nutzen, die Pläne zu kippen“, sagte der Vize-Präsident der Organisation, Neil Bradley, am Freitag. Auch juristische Möglichkeiten würden ausgelotet. Besonders betroffen ist die Autoindustrie, aber auch Energie- und Agrarverbände sprachen sich gegen eine Erhöhung der Zölle aus.

          Die Regierung in Washington wies die Sorgen zurück. Amerikanische Unternehmen sollten ihre mexikanischen Partner auffordern, auf ihre Regierung einzuwirken, damit diese die illegale Immigration bekämpfe, forderte der Sprecher des Weißen Hauses, Judd Deere. Trump hatte Importzölle auf sämtliche mexikanische Waren angekündigt, um das Land zu Maßnahmen gegen illegale Migration zu zwingen. Von Juni bis Oktober sollen die Aufschläge in Fünf-Prozent-Stufen auf bis zu 25 Prozent steigen, wenn Mexiko nicht reagiert. Mexikos Außenminister Marcelo Ebrard will nach Washington fliegen, um eine Lösung zu verhandeln.

          Autos, Energie und Bier

          Vor allem für Autobauer ist Mexiko wegen seines niedrigen Lohnniveaus ein bevorzugter Produktionsstandort, von dort wird der amerikanische Markt bedient. Autos und Autoteile machen das Gros der Exportgüter Mexikos in die Vereinigten Staaten aus. Der Autozulieferer Verband Mema warnte, dass die Zölle wie eine Steuer auf Verbraucher wirkten, Produkte würden verteuert, Arbeitsplätze und Investitionen gefährdet. „Zusammengefasst: Dieser Schritt unterminiert die Stabilität der amerikanischen Wirtschaft“, erklärte der Verband. Die Autobranche leidet bereits unter den von Trump eingeführten Importzöllen auf Stahl und Aluminium, die die Produktion in den Vereinigten Staaten verteuern. Unternehmen wie General Motors, Tesla oder Fiat Chrysler haben Ausnahmen beantragt.

          Auch der Energiesektor wäre von den Zöllen betroffen, denn aus Mexiko kommen täglich bis zu 700.000 Fässer Rohöl zu Raffinerien in den Vereinigten Staaten, wo sie zu Benzin, Diesel und anderen Produkten verarbeitet werden. Mexiko kauft seinerseits täglich mehr als eine Million Fässer an Öl und Benzin von Amerika. Vergeltungsmaßnahmen seitens Mexiko könnte diesen lukrativen Handel behindern, befürchtet etwa der Energiekonzern Chevron. Der Verband der amerikanischen Petrochemiebranche warnte vor höheren Benzinpreisen in den Vereinigten Staaten. Auch die Bierbranche zeigt die starke Vernetzung der beiden Nachbarländer: Der Großteil des in Amerika verkauften mexikanischen Bieres wird aus amerikanischer Gerste und Hopfen hergestellt. „Ob nun der Lkw-Fahrer, der Bauer, der Händler vor Ort oder die Lieblingskneipe – jede Gruppe wird von dieser Entscheidung betroffen sein“, sagte Jim McGreevy, Präsident des amerikanischen Brauerei-Verbands.

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