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Amerikanischer Arbeitsmarkt : Keine neuen Jobs im August

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Er hat Arbeit: ein Bauarbeiter in San Francisco Bild: REUTERS

Erst drohende Staatspleite, dann Börsenturbulenzen und jetzt auch noch Stillstand am Arbeitsmarkt: Der August hat sich für die Vereinigten Staaten als schwarzer Monat erwiesen. Erstmals seit knapp einem Jahr wurden keine neuen Jobs mehr geschaffen.

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          Stillstand an Amerikas Arbeitsmarkt: Nachdem im August überraschend keine neuen Stellen hinzugekommen sind, lag die Arbeitslosenquote weiterhin bei 9,1 Prozent, wie das amerikanische Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Schlimmer noch: Für die beiden Vormonate korrigierten die Statistiker den Stellenzuwachs kräftig um zusammen 58 000 Jobs nach unten. Erst am Vortag hatte die amerikanische Regierung eine Studie vorgelegt, in der sie von einer Arbeitslosenquote von 9 Prozent auch noch im nächsten Jahr ausgeht.

          „Wenn die Konjunkturaussichten ungewiss sind, stellen Firmen niemanden ein“, sagte Ellen Zentner, Ökonomin bei Nomura Securities International, der Fachagentur Bloomberg. „Aussagen, dass wir uns am Rande einer Rezession bewegen, sind nicht ganz ohne Substanz“, meinte die vor Veröffentlichung der jüngsten Zahlen. Den Angaben zufolge lag die Arbeitslosenquote nach den August-Daten in 26 der vergangenen 28 Monate bei mehr als 9 Prozent.

          Ökonomen hatten für den August einen Zuwachs von um die 70.000 Stellen erwartet. Zulegen konnte vor allem der Gesundheitssektor. In die Statistik floss auch ein, dass rund 45.000 Beschäftigte der Telekom-Branche streikten und deshalb aus der Zählung herausfielen. Für die beiden Vormonate wurden die Zuwächse auch noch kräftig gestutzt. So wurden im Juli nur 85.000 neue Stellen geschaffen statt wie zunächst berichtet 117.000. Im Juni kamen 20.000 Jobs hinzu - über die Hälfte weniger als ursprünglich angenommen.

          Obama will Plan vorlegen

          In einer am Donnerstag veröffentlichten aktualisierten Prognose auf der Basis jüngster Daten geht die Budget-Behörde des Weißen Hauses davon aus, dass die amerikanische Wirtschaft 2011 insgesamt lediglich um 1,7 Prozent zulegt. Im Februar waren noch 2,7 Prozent vorhergesagt worden. In den nächsten zwei Jahren erwartet die Behörde mehr Dampf: einen Zuwachs von 2,6 Prozent 2012 und 3,5 Prozent 2013. Die Arbeitslosenquote wird sich nach der Prognose auf längere Sicht hartnäckig um die 9 Prozent bewegen, durchschnittlich werden für dieses Jahr 9,1 Prozent, für 2012 dann immer noch 9 und für 2013 schließlich 8,5 Prozent vorhergesagt. Erst 2016, so der Ausblick, dürfte die Quote dann schließlich unter 6 Prozent sinken.

          Präsident Barack Obama will am 8. September im Kongress einen Plan zur Schaffung von Arbeitsplätzen und insgesamt zur Stärkung der Wirtschaft vorlegen. In einem Brief an die Spitzenpolitiker im Senat und Abgeordnetenhaus rief der Präsident dazu auf, parteipolitisches Kalkül beiseitezulassen und „damit zu beginnen, Entscheidungen auf der Basis dessen zu fällen, was am besten für unser Land ist“. Es gehe darum, Jobs zu schaffen und das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.

          Obama kündigte an, er werde eine Reihe von überparteilichen Vorschlägen vorlegen, die der Kongress sofort aufgreifen könne. Sie zielten auf eine Stärkung der Konjunktur unter anderem durch die Förderung von Kleinunternehmen und die Schaffung neuer Jobs ab.

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