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Trump jubelt : Konsum treibt Amerikas Wachstum an

Donald Trump am Freitag in Washington Bild: AP

Im zweiten Quartal des Jahres hat das amerikanische Bruttoinlandsprodukt um satte 4,1 Prozent zugelegt – fast doppelt so stark wie im Quartal zuvor. Donald Trump sieht sich bestätigt.

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          Die amerikanische Volkswirtschaft hat ihr Wachstumstempo im zweiten Quartal deutlich beschleunigt: Die Analysten des Wirtschaftsministeriums wiesen eine aufs Jahr hochgerechnete Wachstumsrate von 4,1 Prozent aus, nachdem sie für das erste Vierteljahres ein Plus von 2,2 ermittelt hatten. So hohe Wachstumsraten verzeichneten die Vereinigten Staaten zuletzt 2014.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Präsident Donald Trump sprach in einem Twitterbeitrag von großartigen Zahlen. Nach seinen Worten sind die Zahlen nachhaltig und keine einmalige Angelegenheit. Die Vereinigten Staaten hätten in der Wirtschaft eine „Wende von historischer Dimension“ hingelegt. Die ganze Welt würde Amerika um seine Wirtschaft beneiden, sagte Trump. Im Vergleich mit dem Vorjahresquartal sieht das Plus mit 2,8 Prozent etwas weniger stattlich aus.

          Einen großen Beitrag zum Wachstum steuerte der Export bei: Rund ein Prozentpunkt von 4,1 Prozent. Eine wichtige Rolle spielt dabei, dass Unternehmer ihre Verkäufe vorgezogen haben wegen des von den Vereinigten Staaten angezettelten Handelskrieges und den damit verbunden Vergeltungsmaßnahmen Chinas, Kanadas, Mexikos und der Europäischen Union. In der letzten Juniwoche verkauften amerikanische Produzenten dreimal so viel Sojabohnen wie in der gleichen Woche des Vorjahres, offenbar um Chinas seit Juli geltenden Zölle zu vermeiden. Ian Sherpardson, Chefökonom der Analystenfirma Pantheon Economics, schätzt, dass allein vorgezogene Sojabohnenexporte 0,6 Prozentpunkte zum Wirtschaftswachstum des zweiten Quartals beigetragen haben.

          Einen wichtigen Beitrag zum strammen Wachstumstempo hat allerdings auch der Konsum geleistet: Die Ausgaben der Privatleute sind im zweiten Quartal um 4 Prozent gewachsen. Zwei Entwicklungen sind hier am Werk. Die von Präsident Donald Trump und der republikanischen Mehrheit durchgesetzten Steuersenkungen haben das verfügbare Einkommen erhöht. Der Arbeitsmarkt ist nahe der Vollbeschäftigung. Das steigert die Konsumlust. Das geht so weit, dass sogar die Sparquote der Amerikaner seit einiger Zeit wieder sinkt, nachdem sie in den Jahren nach der Finanzkrise stetig gestiegen war. In der amerikanischen Volkswirtschaft steht der Konsum für zwei Drittel der Wirtschaftsleistung.

          Die Steuersenkungen stimulieren offenbar auch die Investitionen der Unternehmen. Für sie verzeichneten die Experten des Wirtschaftsministeriums ein annualisiertes Plus von 7,3 Prozent und damit etwas weniger als im ersten Quartal.

          Um das Risiko einer Überhitzung der Wirtschaft zu verringern, ist die amerikanische Notenbank entschlossen, die Zinszügel weiter zu straffen. Ökonomen gehen davon aus, dass die Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell in diesem Jahr noch zwei Mal nachlegen. Derzeit liegen die Leitzinsen in einer Spanne von 1,75 bis 2,0 Prozent. Jüngst hatte Trump mit der Tradition von amerikanischen Präsidenten gebrochen und die politisch unabhängige Fed wegen der Zinsschritte öffentlich kritisiert.

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