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Alexander Armbruster (ala.)

Trump-Kommentar : Amerika wird sicher nicht pleitegehen

Amerika wird sich so viel Geld leihen können, wie es möchte. Bild: AP

Mehr Ausgaben, mehr Schulden: Manch einer sorgt sich, die Vereinigten Staaten könnten an die Grenze ihrer Möglichkeiten geraten. Tun sie nicht.

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          Übernehmen sich die Vereinigten Staaten gerade etwa? Sind die Ausgabenwünsche, die der Präsident Donald Trump in seinen Haushaltsansatz geschrieben hat, der Infrastruktur-Plan und die mehreren hundert Milliarden Dollar zusätzlicher Mittel, auf die sich Republikaner und Demokraten gerade verständigten, schlicht zu viel für die größte Volkswirtschaft der Welt?

          Eine Debatte darüber ist jedenfalls entbrannt. Kritik kommt nicht (nur) aus der amerikanischen Opposition, sondern zumal aus Trumps eigenem Lager von Leuten, die mit ihm die Hoffnung verbanden auf weniger Schulden, niedrigere Staatsausgaben und überhaupt eine kleinere öffentliche Verwaltung. Teils stellen Fachleute sogar eine Verbindung her zwischen der nun expansiver werdenden amerikanischen Finanzpolitik und den überraschend deutlichen Aktienkursrückgängen der vergangenen Woche - weil die Konjunktur zu überhitzen drohe, könnten Inflation und Zinsen womöglich viel schneller anziehen als gedacht, lautet das Argument dahinter.

          „Liberale wollten, Konservative lieferten“

          Tatsächlich hat die Diskussion derzeit schon etwas Kurioses: Gerade Ökonomen, die in den vergangenen Jahren etwas weniger Haushaltskonsolidierung empfahlen und etwas mehr Ausgaben zum Beispiel für Infrastruktur, stellen nun öffentlich fest, dass dies ein republikanische dominierter Kongress unter einem republikanischen Präsidenten ins Werk zu setzen scheinen, der angetreten war, um „den Sumpf auszutrocknen“. „Liberale wollten einen fiskalischen Stimulus. Konservative lieferten ihn“, überschrieb die „New York Times“ etwa eine entsprechende Analyse.

          Natürlich ist die Frage berechtigt, ob eine Volkswirtschaft im Aufschwung mit niedriger Arbeitslosigkeit und anziehenden Löhnen einen schuldenfinanzierten Impuls braucht - sei es eine substantielle Steuersenkung oder ein Ausgabenprogramm. Zumindest unter diesem Gesichtspunkt eigentlich nicht. Das ist aber gleichwohl die Diskussion, die wirklich zu führen ist.

          „Exorbitantes Privileg“

          Jene Sorge, die erfahrungsgemäß unbegründet ist, bezieht sich auf die Frage, ob die Vereinigten Staaten womöglich an eine echte Verschuldungsgrenze stoßen könnten. Sie ist nicht neu. Infolge der jüngsten Finanzkrise sorgte sich sogar der frühere langjährige Notenbankchef Alan Greenspan darum und verglich in einem Aufsehen erregenden Artikel für das „Wall Street Journal“ die Vereinigten Staaten einmal gar mit Griechenland.

          Tatsächlich steht nicht zu befürchten, dass die Vereinigten Staaten den Rahmen ihrer Möglichkeiten überschreiten. Das hat einmal damit zu tun, dass die größte Ökonomie des Planeten für viele Anleger stets attraktiv ist - in guten Zeiten wegen einträglicher Renditen, in schlechten als „sicherer Hafen“. Amerikanische Staatsanleihen sind nach wie vor der Vermögenswert, der als Referenz gilt, an dem sich alle anderen Zinstitel messen.

          Und es hängt an der Rolle des Dollar als nach wie vor uneingeschränkt wichtigster Währung der Welt. Beinahe zwei Drittel aller offiziellen Währungsreserven bestehen nach Zahlen des Internationalen Währungsfonds aus Dollar - das waren im dritten Quartal 2017 (neuere Zahlen gibt es nicht) mehr als 6,2 Billionen Dollar. Diese Summe ist über die vergangenen Jahre stetig gewachsen. Notenbanken rund um den Globus kaufen ständig Dollartitel - eine Art permanentes Quantitative Easing (QE), das ohne absehbares Ende läuft. Nicht umsonst bezeichnete der frühere französische Finanzminister und Staatspräsident Valéry Giscard d'Estaing den Dollar einmal als „exorbitantes Privileg“ der Vereinigten Staaten, dies schon in den sechziger Jahren.

          Auch nun steht darum nicht zu befürchten, dass die Vereinigten Staaten an die Grenze ihrer Möglichkeiten geraten könnten, wenn es ums Geldleihen geht. Ob die Zinsen für Schuldtitel mit mittlerer oder längerer Laufzeit steigen, ist eine andere Frage und ein anderes Problem.

          Alan Greenspan selbst stellte denn auch ungefähr ein Jahr nach seiner von Sorgen getragenen Warnung fest: „Die Vereinigten Staaten können alle Schulden tilgen, die sie haben, weil wir jederzeit Geld drucken können, um das zu tun. Deshalb beträgt die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls null Prozent.“ Daran hat sich seither grundsätzlich nichts geändert.

          Alexander Armbruster
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

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